Dorothea Lange

Für mich ist Dokumentarfotografie weniger eine Sache des Gegenstandes als eine der Herangehensweise.
Entscheidend ist nicht, was fotografiert wird, sondern wie.
Meine eigene Herangehensweise gründet sich auf drei Überlegungen.
Erstens: Hände weg! Alles, was ich fotografiere, verändere oder arrangiere ich in keiner Weise.
Zweitens: ein Gefühl für den Ort. Alles, was ich fotografiere, versuche ich als Teil seines Umfeldes abzubilden, dort wo es verwurzelt ist.
Drittens: ein Gefühl für die Zeit. Alles was ich fotografiere, versuche ich so zu zeigen, daß seine Stellung in der Vergangenheit oder Gegenwart sichtbar wird.
Aber über diese Dinge hinaus habe ich nur eines im Kopf – ein Zitat, das an die Tür meiner Dunkelkammer geheftet ist: Die Betrachtung der Dinge, so wie sie sind, ohne Ersatz oder Betrug, ohne Irrtum oder Unklarheit, ist eine edlere Sache als eine Fülle von Erfindungen.

Dorothea Lange

Dorothea Lange, „Ex-slave with a long memory“ (Alabama, 1938)

Advertisements