Thunder Cloud

June 19, 1937

Dear Cedric,

A strange thing happened to me today. I saw a big thundercloud move down over Half Dome, and it was so big and clear and brilliant that it made me see many things that were drifting around inside of me; things that related to those who are loved and those who are real friends.

For the first time I know what love is; what friends are; and what art should be.

Love is a seeking for a way of life; the way that cannot be followed alone; the resonance of all spiritual and physical things. Children are not only of flesh and blood — children may be ideas, thoughts, emotions. The person of the one who is loved is a form composed of a myriad mirrors reflecting and illuminating the powers and thoughts and the emotions that are within you, and flashing another kind of light from within. No words or deeds may encompass it.

Friendship is another form of love — more passive perhaps, but full of the transmitting and acceptance of things like thunderclouds and grass and the clean granite of reality.

Art is both love and friendship, and understanding; the desire to give. It is not charity, which is the giving of Things, it is more than kindness which is the giving of self. It is both the taking and giving of beauty, the turning out to the light the inner folds of the awareness of the spirit. It is the recreation on another plane of the realities of the world; the tragic and wonderful realities of earth and men, and of all the inter-relations of these.

I wish the thundercloud had moved up over Tahoe and let loose on you; I could wish you nothing finer.

Ansel

Quelle: Letters of Note

Ansel Adams, „Half Dome, Thunder Cloud (Yosemite Valley)“

Moonrise

Landscape photography is the supreme test of the photographer – and often the supreme disappointment.

Ansel Adams

Ansel Adams, „Moonrise, Hernandez, New Mexico“

Im Frühjahr 1941 erhielt Adams ein Schreiben des damaligen US-Innenministers Harold L. Ickes mit der Bitte, die Nationalparks in den Vereinigten Staaten zu fotografieren, um davon Wandbilder für das Ministerium zu erstellen; etwa zur gleichen Zeit beauftragte ihn die U.S. Potash Company in Carlsbad, New Mexico die Kali-Minen in der Nähe von Carlsbad zu fotografieren. Zu diesem Zweck reiste Adams in Begleitung seines achtjährigen Sohnes Michael und seines langjährigen Freundes Cedric Wright in das nördliche New Mexico, um verschiedene Landschaftsaufnahmen zu machen. In der Nähe des Dorfes Hernandez bot sich den Reisenden ein außergewöhnlicher Anblick, als der Mond plötzlich über den schneebedeckten Bergspitzen aufstieg, während im Westen die spätnachmittägliche Sonne einige Kreuze an einem Kirchhof weiß aufblitzen ließ. Im Wissen darum, dass sich solch ein Motiv nie wiederholen würde, hielt Adams den Wagen an, um eiligst seine sperrige Plattenkamera auszuladen und aufzubauen. Ihm gelang nur eine einzige Aufnahme, beim zweiten Negativ war die Sonne bereits hinter einer Wolkenbank verschwunden und „der magische Augenblick war für immer vorüber“, wie er sich erinnerte. Moonrise, Hernandez, New Mexico sollte Ansel Adams bekannteste Fotografie werden. Noch Jahre später bekam der Fotograf Zuschriften, in denen er gefragt wurde, ob es sich um eine Doppelbelichtung handele, was er jedoch stets verneinte.

Unglücklicherweise vergaß Adams in seiner Aufregung, das Bild zu datieren, weshalb sich Biografen und Fotohistoriker lange Zeit darüber stritten, wann das genaue Entstehungsdatum des legendären Fotos gewesen sein mochte. Beaumont Newhall gelang es in den 1980er Jahren mit Hilfe des befreundeten Astronomen David Elmore, das Datum der seltenen Sonnen-Mond-Konstellation mit Hilfe von Azimut-Tabellen und Landkarten an einem Computer zurückzurechnen, demzufolge sollte Moonrise am 31. Oktober 1941 zwischen 16.00 und 16:05 Uhr Ortszeit aufgenommen worden sein.Jüngste Nachforschungen datieren das Entstehungsdatum jedoch auf den 1. November 1941, 16:49 Uhr MST.

Quelle: wikipedia

In der Liste der teuersten Fotografien steht dieses Bild übrigens an 17. Stelle. Es wurde 2006 für 609.600 US Dollar bei Sotheby’s, New York, versteigert.

Jacob August Riis

Diese Menschen erwachen auf papiernen Abzügen wieder ebenso eindrucksvoll zum Leben wie damals vor sechzig Jahren, als man ihr Bild auf Trockenplatten bannte… Ich wandere durch ihre Gassen, stehe in ihren Zimmern, Schuppen und Werkstätten, schaue von innen und von außen durch ihre Fenster. Und es scheint, als nähmen sie mich ebenfalls wahr.

Ansel Adams (aus dem Vorwort zu Jacob Riis: Photographer & Citizen, 1974)

zitiert aus Susan Sontag, „Über Fotografie“

Jacob August Riis (* 3. Mai 1849 in Ribe, Dänemark; † 26. Mai 1914 in Barre, Massachusetts) emigrierte als 21-jähriger 1870 in die USA. Anfangs nur Gelegenheitsarbeiter fand er schließlich 1873 eine Stelle als Journalist bei der New Yorker Zeitung South Brooklyn News, wechselte 1877 als Polizei-Reporter zur New York Tribune und arbeitete von 1888 an für die New York Evening Sun. Thema seiner Reportagen waren die East-Side-Slums (Manhattan), die er zwischen zwei und vier Uhr morgens auf der Suche nach authentischen Eindrücken durchstreifte.

Den Umgang mit Fotoapparat und Blitzlicht eignete sich Riis nach der Erfindung des Blitzlichtpulvers 1887 in Deutschland an, das das Fotografieren bei Dunkelheit erst ermöglichte. Durch das mit einem Magnesiumpulver-Gemisch ausgelöste Blitzlicht weckte er allerdings nicht nur die zumeist schlafend Portraitierten, sondern riskierte auch sein Augenlicht. Doch vermitteln die Fotografien gerade aufgrund des harschen Lichts und der zufälligen Kompositionen eindrücklich den chaotischen Charakter eines Lebens in Armut.

Riis gilt als einer der ersten Vertreter eines verdeckten investigativen Journalismus. Sein Ruhm gründet auf seinen Buchveröffentlichungen How the Other Half Lives (Wie die andere Hälfte lebt, 1890) und Children of the Poor (1892), die Anstöße zu Verbesserungen der Wohnbedingungen in den New Yorker Mietskasernen und für schulische Reformen waren.

Auch wenn seine Fotografien heute als eindrucksvolle Beispiele für eine humanistisch intendierte Fotografie gelten, soll die posthume Bewertung nicht darüber hinwegtäuschen, dass Riis selbst die Aufnahmen ganz ungeniert zur Illustration seiner öffentlichen Lesungen verwendete, die ihrerseits einen eher unterhaltenden Charakter für die Besucher hatten. Zeit seines Lebens war er ein Anhänger sozialdarwinistischer Theorie, deren unterschiedliche Spielarten laut Franz Wuketits in drei Kernaussagen übereinstimmen:

  • Darwins Theorie der Auslese ist in sozialer, ökonomischer und auch moralischer Hinsicht maßgeblich für die menschliche Entwicklung.
  • Es gibt gutes und schlechtes Erbmaterial.
  • Gute Erbanlagen sollen gefördert, schlechte ausgelöscht werden.

Als Evangelikaler setzte er denn auch mehr auf christliche Nächstenliebe als auf das Vertrauen in die Möglichkeiten und Macht von Regierungen, die sozialen Missstände zu korrigieren.

Spätere wesentlich progressivere Vertreter der sozialdokumentarischen Fotografie waren zum Beispiel Lewis Wickes HineWalker Evans und Dorothea Lange.

Quellen: wikipedia; „Revisiting the Other Half of Jacob Riis“