Aristokratie der Einfühlsamen

…Dennoch glaube ich an die Aristokratie – wenn dies das richtige Wort ist und ein Demokrat es verwenden darf. Ich meine nicht eine Aristokratie der Macht, die sich auf Rang und Einfluss stützt, sondern eine Aristokratie der Einfühlsamen, der Fürsorglichen und der Tapferen. Ihre Mitglieder sind in allen Nationen, in allen Klassen und in allen Zeitaltern zu finden, und es besteht ein geheimes Einvernehmen unter ihnen, wenn sie einander begegnen. Sie verkörpern die wahre menschliche Tradition, den einzig beständigen Sieg unserer seltsamen Rasse über Grausamkeit und Chaos. Tausende von ihnen verschwinden im Dunkeln, nur wenige treten ans Licht. Sie sind anderen gegenüber ebenso feinfühlig wie im Umgang mit sich selbst, sie sind umsichtig, ohne pedantisch zu sein, ihr Mut ist keine Angeberei, sondern die Kraft, etwas zu ertragen, und sie haben Humor.

E. M. Forster, „Two Cheers for Democracy“