Welcher große Staatsmann schloss auf 30 Jahre Frieden mit Sparta?

400px-Pericles_Pio-Clementino_Inv269_n3Perikles (gr. Περικλῆς * vor bzw. um 490 v. Chr.; † September 429 v. Chr.) gehörte zu den führenden Staatsmännern Athens und der griechischen Antike im 5. Jahrhundert v. Chr. Mit seinem Wirken gingen der Ausbau der Attischen Demokratie, die Sicherung der Vormachtstellung Athens im Attischen Seebund und die Durchführung eines glanzvollen Bauprogramms auf der Athener Akropolis einher.

Als fortlaufender Inhaber der Strategenfunktion, des bedeutendsten Wahlamtes in der demokratisierten Gesellschaft Attikas, gelang es Perikles, der über vielgerühmte rhetorische Qualitäten verfügte, die Volksversammlung meist für seine politischen Anliegen zu gewinnen. Eine wesentliche Mitverantwortung fiel ihm dadurch auch in dem sich anbahnenden innergriechischen Machtkampf mit Sparta und dessen Verbündeten zu, der in den Peloponnesischen Krieg und in den Niedergang der hegemonialen Stellung Athens mündete.

Seine Auftritte in der Öffentlichkeit waren sorgfältig kalkuliert und wohldosiert. Man sah Perikles auf der Höhe seines politischen Einflusses nur noch auf dem Wege zu Staatsgeschäften in der Stadt. Einladungen zu Gastmählern oder zu vergnüglichem Beisammensein im privaten Rahmen schlug er aus. Gerade einmal, dass er die Hochzeit seines Vetters Euryptolemos besuchte – aber auch da nahm er nur das Essen ein und ging unmittelbar nach dem Trankopfer. Plutarch begründet: „Denn lustige Gesellschaften können leicht jeden Stolz vernichten, und es ist schwer, im vertrauten Umgange Würde und Ansehen zu behaupten […] Doch Perikles vermied auch einen steten ununterbrochenen Verkehr mit dem Volke, und damit es seiner nicht so bald überdrüssig werde, pflegte er sich ihm nur von Zeit zu Zeit zu nähern.“ Seine Auftritte als Redner sparte Perikles für wichtige Gelegenheiten auf; ansonsten ließ er Freunde und Parteigänger die vereinbarte Linie vor der Volksversammlung vertreten.

Um so wirkungsvoller hat Perikles sich dann offenbar präsentiert, wenn er bedeutsame politische Entscheidungen rhetorisch auf den Weg brachte. Der Nachhall seiner Redekunst ist beträchtlich und beruht auf einem relativ breiten Quellenfundament. Plutarch, der durchaus kritisch sichtete, was ihm an Überlieferung zur Verfügung stand, ordnete das von den Zeitgenossen für Perikles eingeführte Synonym „Olympios“ dessen Sprachmächtigkeit zu und sah ihn diesbezüglich mit den Attributen des Zeus ausgestattet: „denn bald heißt es von ihm, er donnere und blitze, wenn er zum Volke rede, bald, er trage einen furchtbaren Donnerkeil auf der Zunge.“

Von frappierender Überredungskunst zeugt eine ebenfalls von Plutarch erwähnte scherzhafte Anekdote, nach der Thukydides Melesiou, vor die Frage gestellt, ob er oder Perikles im Ringen geübter sei, geäußert haben soll: „Wenn ich ihn auf den Boden werfe, leugnet er doch, dass er gefallen sei, er behält recht, und überredet selbst die, die es gesehen haben.“ Der Komödiendichter Eupolis hinterließ in seinem gut anderthalb Jahrzehnte nach Perikles’ Tod aufgeführten Stück „Die Demosgemeinden“ (Δῆμοι) einen weiteren Beleg für die fortwirkende Faszination, die von dem Redner Perikles ausging: „Sooft er vor der Volksversammlung auftrat, vermochte er – nach Art eines guten Sprinters – die übrigen Redner rasch zu packen, selbst wenn sie einen Vorsprung hatten – von zehn Fuß! […] Zur Schnelligkeit aber kam bei ihm hinzu, dass auf seinen Lippen eine besondere Überzeugungskraft (peitho) saß; so konnte er die Zuhörer bezaubern und ließ als einziger unter den politischen Rednern seinen Stachel in ihren Herzen zurück.“

Einen Widerschein der Inhalte perikleischer Reden ergeben die von Thukydides in seine Darstellung des Peloponnesischen Krieges einbezogenen vier großen Perikles betreffenden Redefassungen, deren bis heute meistbeachtete die Darstellung der Attischen Demokratie in der Rede auf die Gefallenen zu Kriegsbeginn ist. Unabhängig von den Anteilen, die der Zeitzeuge und wegweisende Historiker Thukydides dem Original hinzugesetzt oder weggenommen haben mag, spiegelt sich darin das Bild, das die Athener zu dieser Zeit aus der Sicht ihres führenden Repräsentanten verkörpern wollten bzw. sollten:

„Wir vereinigen in uns die Sorge um unser Haus zugleich und unsre Stadt, und den verschiedenen Tätigkeiten zugewandt, ist doch auch in staatlichen Dingen keiner ohne Urteil. Denn einzig bei uns heißt einer, der daran keinen Anteil nimmt, nicht ein stiller Bürger, sondern ein schlechter, und nur wir entscheiden in den Staatsgeschäften selber oder denken sie doch richtig durch. Denn wir sehen nicht im Wort eine Gefahr fürs Tun, wohl aber darin, sich nicht durch Reden zuerst zu belehren, ehe man zur nötigen Tat schreitet.“

Die Urteile von Mit- und Nachwelt über Art und Ausmaß von Perikles’ politischem Wirken gehen zum Teil weit auseinander. Gründe dafür liegen einerseits in dem Spektrum nachweislicher und möglicher Initiativen in seiner Verantwortung, zum anderen in der Art der Auswertung und Problematisierung historischer Quellen.

Wird auf der einen Seite aus Tradition oder Überzeugung weiterhin der Begriff „Perikleisches Zeitalter“ verwendet, so stellt sich von anderer Warte her die Frage nach dem „Abschied von Perikles“. Gerade in der jüngsten Perikles-Forschung zeigen sich unvereinbare Standpunkte. Wolfgang Will unterlegt sein Abschiedsgeleit so: „Historiker und Archäologen machten sich auf die Suche nach dem großen Mann des 5. Jahrhunderts und fanden Perikles, genauer gesagt, sie erfanden ihn und eine ganze Ära dazu – die perikleische.“ Gustav Adolf Lehmann dagegen bescheinigt Perikles „staatsmännische Leistungen von überzeitlicher und damit welthistorischer Bedeutung“ im Zusammenhang mit „den institutionellen Vorkehrungen, die den im Parteienkampf der 460er Jahre entstandenen Ordnungsbegriff der demokratia mit festen rechtsstaatlichen Garantien sowie mit hohen sozialkulturellen Zielsetzungen unlösbar verbunden haben“. Für ihn entspricht es insofern „durchaus der historischen Logik, dass die Großbauten auf der Akropolis […] zum Symbol der perikleischen Ära, als der überragenden Blütezeit Athens, geworden sind.“

Quelle: wikipedia

Wer war der Schinderhannes?

Johannes Bückler (frz. Jean Buckler, genannt Schinnerhannes oder Schinderhannes; * vermutlich Herbst 1779 in Miehlen (oder Weidenbach) bei Nastätten im Taunus – über das Geburtsdatum gibt es unterschiedliche Auffassungen und Quellen, so wurde bislang vermutet und mit Kirchenbüchern belegt, dass er am 25. Mai 1783 geboren sein könnte –; † 21. November 1803 in Mainz) war ein deutscher Räuber, dem heute 130 Straftaten, zumeist Diebstähle, Erpressungen und Raubüberfälle, nachgewiesen werden können. Die Gesamtzahl seiner Mittäter betrug 94.

Der Name Schinderhannes verweist auf die Tätigkeit des jungen Bückler, der bei zwei Abdeckern, die mancherorts auch Schinder genannt werden, als Lehrjunge gearbeitet und dort den Rufnamen erhalten hatte; so seine Aussage im späteren Ermittlungsverfahren 1802/03. Auch seine Vorfahren väterlicherseits waren seit Generationen Schinder gewesen.

Quelle: wikipedia

Welcher französische Schriftsteller und Staatsphilosoph gilt als der Vater der neuzeitlichen Gewaltenteilung?

Charles-Louis de Secondat, Baron de La Brède et de Montesquieu (getauft am 18. Januar 1689 auf Schloss La Brède bei Bordeaux; † 10. Februar 1755 in Paris), bekannt unter dem Namen Montesquieu, war ein französischer Schriftsteller, Philosoph und Staatstheoretiker der Aufklärung. Er gilt als Vorläufer der Soziologie, bedeutender politischer Philosoph und Mitbegründer der modernen Geschichtswissenschaft.

Obwohl der gemäßigte Vordenker der Aufklärung für seine Zeitgenossen auch ein erfolgreicher belletristischer Autor war, ist er vor allem als geschichtsphilosophischer und staatstheoretischer Denker in die Geistesgeschichte eingegangen und beeinflusst noch aktuelle Debatten.

Sein wichtigstes Werk wurde die geschichtsphilosophische und staatstheoretische Schrift De l’esprit des lois/Vom Geist der Gesetze (Genf 1748), ein Produkt von zwanzig Jahren Arbeit.

Baron de Montesquieu, 1728
Baron de Montesquieu, 1728

Einerseits nennt er darin die Determinanten, die das Regierungs- und Rechtssystem einzelner Staaten jeweils bestimmen (z.B. Größe, Geographie, Klima, Wirtschafts- und Sozialstrukturen, Religion, Sitten und Gebräuche); andererseits formuliert er – nicht zuletzt in Opposition gegen den im Milieu der Parlaments ungeliebten königlichen Absolutismus – die theoretischen Grundlagen eines universell möglichen Regimes. Zentrales Prinzip ist für Montesquieu hierbei, anknüpfend an John Locke, die Trennung der Bereiche Gesetzgebung (Legislative), Rechtsprechung (Judikative) und Regierungsgewalt (Exekutive), mit anderen Worten die so genannte Gewaltenteilung – ein Begriff, der als solcher bei ihm allerdings noch nicht vorkommt. Sein Buch fand sofort große und weitgestreute Beachtung und löste heftige Attacken seitens der Jesuiten, der Sorbonne und zugleich der Jansenisten aus. 1751 wurde es von der katholischen Kirche auf den Index der verbotenen Bücher gesetzt. Eine 1750 in Genf publizierte Verteidigungsschrift Montesquieus, die Défense de l’Esprit des lois, hatte darauf keinen Einfluss.

Die Grundlage für seine Staatstheorie bildete seine 1734 erschienene Studie über Aufstieg und Fall des Römischen Reiches. Anders als die christliche Geschichtsphilosophie, die den Niedergang des Römischen Reiches als das Werk göttlicher Vorsehung betrachtet hatte, wollte Montesquieu eine auf natürlichen Gesetzlichkeiten beruhende Erklärung für die geschichtlichen Abläufe finden und hatte daher nach den anthropologischen, ökologischen, ökonomischen, sozialen und kulturellen Bedingungen der politischen Entwicklungen gefragt. Diese Einsichten formte er in seinem Hauptwerk „Vom Geist der Gesetze” (1748) zu einer Staats- und Gesellschaftstheorie aus: Er versuchte, die bestimmenden äußerlichen und vor allem mentalen Faktoren zu finden, gemäß derer einzelne Staaten ihr jeweiliges Regierungs- und Rechtssystem entwickelt haben (kulturrelativistischer Ansatz). Aus diesen Faktoren ergibt sich der „allgemeine Geist“ („esprit général“) einer Nation und diesem wiederum entspricht der „Geist“ ihrer Gesetze. Deren Gesamtheit ist nach Montesquieu also nicht eine quasi beliebige Summe von Gesetzen, sondern Ausdruck des natürlichen Umfeldes, der Geschichte und des „Charakters“ eines Volkes.

Montesquieu unterscheidet zwischen moderaten Regierungssystemen – das ist die Republik in unterschiedlicher Ausprägung und die konstitutionelle Monarchie – und solchen, die auf Gewaltherrschaft beruhen, wie der Absolutismus und jede andere Despotie. Die drei Haupttypen von Regimen: Republik, Monarchie und Gewaltherrschaft sieht er jeweils durch eine bestimmte menschliche Grundhaltung geprägt: die Tugend, die Ehre und die Furcht.

Für die auf Ehre beruhende konstitutionelle Monarchie, aber auch für die auf Tugend basierende Staatsform, die Republik, hält er Gewaltenteilung für nötig, um die Willkür durch Einzelne oder Mannschaften zu vermeiden, sonst sind sie gefährdet despotisch zu werden.

Montesquieus politische Philosophie enthält liberale und konservative Elemente. Er stellt die moderaten Regierungssysteme nicht gleich, sondern favorisiert ausdrücklich die parlamentarische Monarchie nach englischem Muster. Das dort verwirklichte Modell einer Gewaltenteilung zwischen Exekutive und Legislative sichere am besten die Freiheit des Einzelnen vor staatlicher Willkür. Diesen Ansatz von John Locke ergänzt er durch eine dritte Gewalt, die Judikative. Außerdem plädiert er für ein Zweikammerparlament mit einem aristokratischen Oberhaus, nicht nur für die Monarchie, sondern auch für die Republik. Damit soll verhindert werden, dass die konstitutionelle Monarchie zur Tyrannei und die Republik zur „Pöbelherrschaft“ wird.

Strittig ist, ob seine Theorie bereits ein demokratisches Staatswesen begründete, oder – was eine Minderheitsmeinung darstellt – eher die Wiederherstellung der durch Richelieu, Mazarin und Ludwig XIV. beseitigten politischen Mitspracherechte des Adels und der Hohen Gerichtshöfe, des Parlaments, anstrebte.

Während heutige Soziologen Montesquieu für einen Vorreiter der modernen Sozialwissenschaften halten (Stichwort: Milieutheorie), wurden seine Gedanken von ihm unmittelbar nachfolgenden Autoren und Strömungen unterschiedlich gewertet: So ist das Prinzip der Gewaltenteilung eine der wichtigsten Grundlagen der ersten Verfassungen in Nordamerika, in der Verfassung der Ersten Republik in Frankreich kam es dagegen nicht zum Tragen, denn es widersprach der jakobinischen, von Jean-Jacques Rousseau inspirierten Lehre von der ungeteilten Volkssouveränität, weshalb man in der Französischen Revolution sogar Montesquieus Grab zerstörte.

Frühen Einfluss gewann Montesquieu auch auf die Aufklärung in Deutschland: So wandelte z. B. der damals bedeutende protosoziologische Autor Johann David Michaelis ganz auf seinen Spuren mit der Schrift Das Mosaische Recht, worin er bestimmte alttestamentliche Rechtsvorschriften, die von den Aufklärern als abstrus betrachtet wurden, als für Nomadenvölker vernünftig analysierte – zum Ärger mancher Geistlicher und Theologen, die eine Verteidigung der Bibel von dieser Seite wenig goutierten. Auch Johann Gottfried Herder rezipierte neben Rousseaus auch Montesquieus Thesen für seine Geschichtsphilosophie.

„Eine ewige Erfahrung lehrt, dass jeder Mensch, der Macht hat, dazu getrieben wird, sie zu missbrauchen. Er geht immer weiter, bis er an Grenzen stößt.“

Was war die Operation Overlord?

Die Operation Overlord (dt.: Oberherr, seltener: Lehnsherr) war eine Operation der westlichen Alliierten im Zweiten Weltkrieg, die zum Ziel hatte, die deutschen Besatzer aus Nordfrankreich zurückzudrängen und dort eine feste Basis aufzubauen. Dazu gehörten die Invasion in der Normandie unter dem Decknamen Operation Neptune sowie mehrere Folgeoperationen. Die Operation Overlord dauerte vom 6. Juni 1944, dem D-Day, bis zum 25. August 1944, als die Alliierten am Ende der Schlacht um Paris Frankreichs Hauptstadt einnahmen.

Zur Entlastung der Roten Armee hatte Josef Stalin die Westalliierten zur Eröffnung einer zweiten Front gedrängt. Die Konferenz von Teheran im November 1943 beschloss Landungen in Nord- und Südfrankreich, die Operationen Overlord und Anvil. Hauptziel der Planungen war die Kontrolle der größeren Städte Caen, Bayeux, Saint-Lô und Cherbourg. An den Landungen nahmen Truppen aus Großbritannien, den USA, Polen, Frankreich, Neuseeland, Kanada und noch vielen anderen Nationen teil. Gleichzeitig wurde die größte Landungsflotte des Krieges für die Überfahrt, Landungen und Nachschubversorgung zusammengezogen, sowie eine immense Anzahl von Flugzeugen bereitgestellt.

Die Deutschen hatten an der Atlantikküste ein Atlantikwall genanntes System von Verteidigungsanlagen errichtet und rechneten – auch wegen der alliierten Täuschungsoperation Fortitude – mit einer alliierten Invasion beim Pas-de-Calais.

Nach der Landung an den Normandiestränden – der Operation Neptune – versuchten die Alliierten, ihren Brückenkopf weiter auszubauen. Im Westen des Invasionsgebietes behinderte sie dabei das nur schwer zu durchdringende Bocage-Gelände, während die Deutschen im Osten ihre Elite-Panzerverbände konzentrierten. Durch einen Vorstoß amerikanischer Truppen gelang es aber bald, die deutschen Stellungen im Westen des Invasionsbereiches zu durchbrechen. Die Amerikaner rückten danach mit einem Teil ihrer Streitkräfte in die Bretagne vor, während sie mit dem Rest Richtung Caen marschierten und gemeinsam mit den Kanadiern und Briten die mittlerweile nach Süden zurückgedrängten Deutschen im Kessel von Falaise einschlossen und mehrere deutsche Armeen vernichteten. Bis zum 25. August rückten die Alliierten bis nach Paris vor, das ihnen einen Tag später übergeben wurde, um die Stadt zu erhalten.

Lt. Moore (U.S. Army), "Generalfeldmarschall Wilhelm Keitel unterzeichnet 1945 in Berlin-Karlshorst die ratifizierende Kapitulationsurkunde" (08. Mai 1945)
Lt. Moore (U.S. Army), „Generalfeldmarschall Wilhelm Keitel unterzeichnet 1945 in Berlin-Karlshorst die ratifizierende Kapitulationsurkunde“ (08. Mai 1945)

Wie nannte man die direkte Fernschreibverbindung zwischen den USA und der UdSSR?

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Das Rote Telefon aus der Zeit von Jimmy Carter

Als Heißer Draht (engl.: hotline) oder Rotes Telefon wurde eine ständige Fernschreiberverbindung zwischen der Sowjetunion und den Vereinigten Staaten bezeichnet.

Die Verbindung wurde aufgrund der Erfahrungen aus der Kubakrise vom 16. bis 28. Oktober 1962 eingerichtet. Sie läuft über London, Kopenhagen, Stockholm, Helsinki und wurde am 30. August 1963 eröffnet. Parallel dazu kam es zu einer Funkverbindung über Tanger. 1966 folgte eine Verbindung der USA mit Frankreich, 1967 mit Großbritannien. Die Verbindungen sollen friedensgefährdende Missverständnisse zu verhindern helfen.

Für diesen Zweck war offensichtlich die höchste nur denkbare Sicherheit gegen Abhören oder Verfälschen der übermittelten Nachrichten vonnöten, andererseits gab es nur ein relativ geringes Nachrichtenvolumen. Aus diesen Gründen kam die Verschlüsselungstechnik des One-Time-Pads zum Einsatz – eine der wenigen bekannten Anwendungen des Verfahrens, das zwar absolute Sicherheit bietet, in der Praxis aber normalerweise kaum durchführbar ist.

Um technisch bedingte Übertragungsfehler auszuschließen, musste die Leitung regelmäßig überprüft werden. In der Vergangenheit geschah dies, indem der seit 1988 in der ITU-T-Empfehlung R.52 beschriebene Prüftext für Fernschreibverbindungen ausgetauscht wurde (the quick brown fox jumps over the lazy dog, ins Deutsche übersetzt „Der schnelle braune Fuchs springt über den faulen Hund“). Dieser Satz enthält alle darstellbaren Buchstaben eines Fernschreibers (ein sogenanntes Pangramm).

Nach der Installation wurde die Verbindung zwischen USA und Sowjetunion vier Jahre lang nicht verwendet. Robert McNamara, damaliger Verteidigungsminister der USA, beschrieb den ersten Einsatz des roten Telefons in seinen Erinnerungen: Wenige Stunden nach Ausbruch des Sechstagekrieges erhielt er am 5. Juni 1967 gegen acht Uhr morgens Ortszeit im Pentagon einen Anruf des diensthabenden Generals. Dieser teilte dem erstaunten Verteidigungsminister mit, dass der sowjetische Ministerpräsident Kossygin Präsident Lyndon B. Johnson zu sprechen wünsche. McNamara wusste bis zu diesem Zeitpunkt nicht, dass die Leitungen des Fernschreibers unter seinem Büro endeten. Nachdem er den Präsidenten geweckt und informiert hatte, wurde die Verbindung während des Krieges mehrfach verwendet.

In der heutigen Zeit sieht man immer wieder in Filmen das „Rote Telefon“ auf Schreibtischen von Diplomaten und Militärs. Es wird als eine direkte Leitung des jeweiligen Regierungsangehörigen zum Büro des obersten Verantwortlichen dargestellt. Bei den US-Amerikanern wäre dies der Präsident. Das „Rote Telefon“ diente im Laufe der Jahre zur Entschärfung mehrerer Krisen und wird auch heute noch zur direkten Kommunikation zwischen verschiedenen Regierungen genutzt. Viele Menschen stellen sich das „Rote Telefon“ meist nur als Verbindung zwischen den USA und der UdSSR vor, vergessen jedoch, dass das „Rote Telefon“ an sich nur eine direkte Verbindung zur obersten Regierungsstelle ist. Die Volksrepublik China unterhält mit den USA eine ähnliche Verbindung.

In welchem heutigen Land lag das Königreich Saba?

Saba (sabäisch s1; griechisch Σάβα; hebräisch Šebā; arabisch sabaʾ) war ein Königreich im heutigen Jemen zwischen 1000 v. Chr. und 400 n. Chr. mit der Hauptstadt Ma’rib. Die Erforschung der Geschichte und Kultur dieses Landes ist noch lückenhaft. Vor allem die zeitliche Einordnung der historischen Ereignisse und der bekannten Könige ist nicht gesichert.

In der Bibel wird der Besuch der Königin von Saba (auch Königin von Sheba) erwähnt, die im 10. Jahrhundert vor Christus eine Reise zum Hof König Salomos in Jerusalem unternommen haben soll. Die Historizität dieses Besuches ist unklar, insbesondere ob es sich dabei um eine Herrscherin aus dem südarabischen Königreich handelte.

Außer im Alten Testament, der frühesten schriftlichen Erwähnung, erscheint sie auch im Koran und in äthiopischen Legenden, nicht jedoch in Quellen aus dem antiken Saba im heutigen Jemen. Ob ihr Reich tatsächlich dort oder in der Region um Aksum in Äthiopien gelegen hat, ist daher bis heute ebenso ungeklärt wie die Frage, ob die legendäre Königin eine historische Person zum Vorbild hatte.

In den alttestamentlichen Geschichtsbüchern finden sich Verweise im 1. Kön. 10, 1-13 (ca. 6. Jh. v. Chr.) und im 2. Chron. 9, 1-9,12 (ca. 5. Jh. v. Chr.). Die Königin erfährt von der Weisheit König Salomos und findet sich an seinem Hof ein, um das Gehörte zu überprüfen. Überwältigt von dem, was sie sieht, schenkt sie ihm „hundertundzwanzig Zentner Gold und sehr viel Spezerei und Edelsteine“.

Im Neuen Testament wird die Königin von Saba als „Königin des Südens“ bezeichnet. In der Endzeit soll sie erneut erscheinen, um über die Menschen im Gericht Zeugnis zu geben (Mt 12,42; Lk 11,31).

Besondere Bedeutung hat die Legende der Königin in der äthiopischen Geschichte. Sie wird im 14. Jahrhundert in Aksum in dem Werk Der Ruhm der Könige (Kebra Nagast) festgehalten. Die Königin trägt den Namen Mâkedâ und soll Salomo in Jerusalem besucht haben. Dabei soll sie mit ihm Menelik, den Stammvater der äthiopischen Könige, gezeugt haben. Weiter heißt es, Menelik sei später selbst nach Jerusalem gereist und habe von dort die Bundeslade mit den beiden Tafeln der Zehn Gebote nach Äthiopien entführt. Die Dynastie der Salomoniden, die von 1270 bis 1975 über Äthiopien herrschte, führte sich auf diese Verbindung zwischen Makeda und Salomo zurück. Der letzte Kaiser Abessiniens, Haile Selassie, bezeichnete sich als 225. Nachfolger des Sohnes der Königin von Saba.

Es bleibt offen, ob die Königin von Saba wirklich existiert hat, da noch keine Nennung der Königin in sabäischen Inschriften aus dieser Zeit gefunden wurde. Als biblische Erzählung können die Ursprünge auch auf ältere Traditionen der kanaanäischen, chaldäischen oder sumerischen Mythologie zurückgehen. Belegt ist, dass es arabische Königinnen gab, z. B. Zabibê, Königin von Aribi 744-727 v. Chr. Der schriftliche biblische Text entstand vermutlich erst zwischen dem 6. und 7. Jahrhundert v. Chr. Es ist denkbar, dass König Salomo zwar Verbindungen zu einer arabischen Königin unterhielt, dass der Name Saba aber eingefügt wurde, um die Bedeutung Salomos durch die Verbindung mit dem damals blühenden Sabäerreich hervorzuheben. Nach einer anderen Theorie basiert die Erzählung der Königin von Saba auf dem kanaanäischen Brauch der Heiligen Hochzeit. Das würde insbesondere erklären, warum die christlichen Äthiopier den Ursprung ihres Herrscherhauses aus einer unehelichen Beziehung zwischen Makeda und Salomo, aus der der legendäre König Menelik I. hervorging, ableiten.

Im Mai 2008 haben Archäologen der Universität Hamburg in Dungur bei Aksum Überreste eines Palastes unter neueren Palaststrukturen gefunden, der angeblich der sagenumwobenen Königin gehört haben soll, und über denen ihr Sohn Menelik einen jüdischen Tempel für die Bundeslade erbaut haben soll. In der Fachwelt, u. a. an der Universität Hamburg, wird diese Interpretation des Fundes aber allgemein abgelehnt oder zumindest kritisch kommentiert. Der Leiter der Ausgrabung, Prof. Dr. H. Ziegert, beruft sich auf mündliche Traditionen, die den Ort des Palastes der Königin von Saba in Aksum lokalisieren. Diese Traditionen können aber neueren Datums sein; der Ort der Ausgrabung wurde möglicherweise sogar erst mit Beginn der ersten Entdeckung der Palastreste in den 1970er Jahren mit der Legende der Königin von Saba in Verbindung gebracht. Die angeblich 3000 Jahre alte Überlieferung verweist außerdem nach Ziegert auf ein antikes Judentum in Äthiopien, von dem jedoch weder durch Inschriften, Schriftstücke oder Sprachreste (Lehnworte) irgendwelche Spuren nachweisbar sind. Im Gegenteil gibt es aus der Zeit vor der Christianisierung ausschließlich religiöse Kultstätten, die mit südarabischen Religionen in Verbindung stehen. Daher ist die Fachwelt längst dazu übergegangen, die Überlieferung eines alten äthiopischen Judentums für eine wesentlich neuere, politisch motivierte Konstruktion des Mittelalters zu halten. Die angebliche Ausrichtung der Fundstätte auf den Stern Sirius obendrein spricht geradezu gegen eine Zuschreibung der Palaststrukturen zum Judentum, da ein Sirius-Kult im Judentum eben keine besondere Rolle gespielt hat. Es gibt im übrigen auch sonst keine archäologischen Belege, die für die Existenz der Königin oder Menelik sprechen.

Quelle: wikipedia

Welcher griechische Philosoph lebte in einem Fass?

Diogenes von Sinope (griech.: Διογένης ὁ Σινωπεύς Diogenēs ho Sinōpeus; * um 400 v. Chr. in Sinope; † 324/323 v. Chr. in Korinth) war ein griechischer Philosoph und wird mit seinem Lehrer Antisthenes als der Begründer des Kynismus bezeichnet. Über den historischen Diogenes sind kaum gesicherte Daten erhalten. Fast alle Informationen wurden in Form von Anekdoten überliefert, deren Wahrheitsgehalt Gegenstand wissenschaftlicher Spekulationen ist.

Die Epoche des Diogenes

Diogenes von Sinope lebte in der Zeit des Übergangs in die Epoche des Hellenismus. Die massiven Veränderungen dieser Zeit zeigten sich in der Auflösung der politischen Systeme der Stadtstaaten (Poleis) und einer damit einhergehenden Veränderung des Welt- und Menschenbildes der Griechen. Peter Sloterdijk beschreibt die Situation so:

„Wer nicht blind ist, muss erkennen, daß ein neues Ethos, eine neue Anthropologie fällig geworden sind; man ist nicht mehr engstirniger Bürger einer zufälligen Stadtgemeinschaft, sondern muß sich als Individuum in einem erweiterten Kosmos begreifen.“

– Peter Sloterdijk: Kritik der zynischen Vernunft.

Grundsätzliches

Trotz der schwierigen Überlieferungsgeschichte zeigen sich in den Anekdoten über Diogenes immer wieder die Kerngedanken seiner philosophischen Theorie bezüglich seiner Praxis des Guten Lebens. Mit dieser philosophischen Schwerpunktsetzung auf das Thema des Guten Lebens steht er in der Tradition der antiken Ethik, wobei er einige Gegenstände der ethischen Diskussion radikal und anders bewertet. Die ethische Theorie des Diogenes muss jedoch im Zusammenhang der gesellschaftlichen Umbrüche seiner Zeit gesehen werden, umso mehr, da er seine Überzeugungen als Aktionsphilosophie präsentierte.

Er gilt als Verächter der Kultur und wirkte in seiner Philosophie mehr durch den praktischen Vollzug als durch Lehren. Zumindest sind heute keine seiner Schriften mehr bekannt. Lediglich einige Titel wurden überliefert. Völlige Unabhängigkeit des Menschen in Bezug auf unnatürliche Bedürfnisse und konventionelle menschliche Bindungen war ihm Bedingung für ein Gutes Leben. Von den über ihn überlieferten Anekdoten ist eine der bekanntesten die von „Diogenes in der Tonne“. Dabei handelt es sich jedoch vielleicht nur um einen Übersetzungsfehler eines von Seneca geprägten Ausspruches, dass ein Mann mit derart geringen Ansprüchen ebenso gut in einem Pithos, einer „Tonne“, leben könne. Dennoch gibt es mehrere Anekdoten, die große Vorratstonnen als einen Wohnort des Diogenes angeben.

Philosophie als radikale Lebensform: Diogenes in der Tonne − Darstellung von Jean-Léon Gérôme (1860)

Durch sein Bettlerleben erwarb er sich den Beinamen Kyon (Hund), den er sofort zu seinem Vorteil umwandelte und als Titel auffasste. Ob die philosophische Schule der Kyniker, als deren Begründer Diogenes von Sinope und sein Lehrer Antisthenes gelten, von diesem Beinamen ihren Namen ableiteten, ist jedoch umstritten. Der heutige Begriff des Zynismus leitet sich vom Kynismus ab.

Zu den Erkennungszeichen der Kyniker gehörten Wanderstab, Rucksack und Essensschale, die gleichzeitig die Grundprinzipien des Kynismus, nämlich Kosmopolitismus, Autarkie, Bedürfnislosigkeit und Parrhesie (freie Rede) symbolisieren.

Zitate

  • „Bildung ist für die Jungen Weisheit, für die Alten Ermutigung, für die Armen Reichtum und für die Reichen Schmuck.“ – gemäß Diogenes Laertius, Leben und Meinungen berühmter Philosophen, VI, 68
  • „Die freie Rede [ist das Schönste am Menschen].“ – gemäß Diogenes Laertius, Leben und Meinungen berühmter Philosophen, VI, 69
  • „Gehe in ein Bordell und lerne, dass zwischen teurem und billigem Vergnügen kein Unterschied ist.“ – Bei Plutarch, Über Kindererziehung, 7
  • „Geh mir ein wenig aus der Sonne!“ – zu Alexander dem Großen auf die Frage hin, welchen Wunsch Diogenes habe; gemäß Plutarch, Leben des Alexander, 14
  • „[Ich bin] Bürger der Welt.“ – auf die Frage, woher er komme; gemäß Diogenes Laertius, Leben und Meinungen berühmter Philosophen, VI, 63
  • „[Ich kann] Männer beherrschen.“ – Antwort auf die Frage, was er könne; gemäß Diogenes Laertius, Leben und Meinungen berühmter Philosophen, VI, 29 und 74; Nachzitat aus Menippos, Verkauf des Diogenes
  • „Ich suche einen Menschen.“ – als er mit einer Laterne in der Hand am hellichten Tage auf dem Marktplatz von Athen war; gemäß Diogenes Laertius, Leben und Meinungen berühmter Philosophen, VI, 41
  • „Menschen rief ich, keinen Abschaum.“ – Als er die Herankommenden mit einem Stock vertrieb, nachdem er zuvor nach Menschen gerufen hatte; gemäß Diogenes Laertius, Leben und Meinungen berühmter Philosophen, VI, 32
  • „Nimm deinen Schatten von mir!“ – zu Alexander dem Großen auf die Aufforderung, sich zu wünschen, was er wolle; gemäß Diogenes Laertius, Leben und Meinungen berühmter Philosophen, VI, 38

Quelle: wikipedia