Die Dunkelheit ist ein Ort. Das Licht ist ein Weg.

Ich fand eine Ruhestatt, an welcher der Geist rastet
und in einem ruhigen, mild murmelnden Wellengang
zu traumhaften Ufern schreitet. Was soll denn noch eilen
wenn die Ewigkeit ihr sanftes Wiegenlied anstimmt
wie Echoträume; Jahre und Stunden werfen
von breiten Schultern das enge Sklavenjoch
und gleiten in einem sachten Rhythmus in den Tanz
während die Sonne Silber auf den Lorbeer tropft.

Es ist wie Lenz und Herbst im gleichen Hauch;
silberbleicher Sonnenrauch blinzelt zwischen Bergen
mit Frühjahrsbeben und Herbststille vermischt,
mit frohen Hüpfern und mit Laub als Fell.
Es spielt eine Saite mit Ach und Weh,
eine Grabestrauer aus tiefer Seen Quellen auf;
doch Sonnentagsfackeln schweben auf Strahlenschwingen
und drängen siegesforsch wider die Schattentiefe.

Tomas Espedal, aus: „Gehen oder die Kunst, ein wildes und poetisches Leben zu führen“