For a Fatherless Son / Einem vaterlosen Sohn

You will be aware of an absence, presently,
Growing beside you, like a tree,
A death tree, color gone, an Australian gum tree –
Balding, gelded by lightning – an illusion,
And a sky like a pig’s backside, an utter lack of attention.
But right now you are dumb.
And I love your stupidity,
The blind mirror of it. I look in
And find no face but my own, and you think that’s funny.
It is good for me
To have you grab my nose, a ladder rung.
One day you may touch what’s wrong –
The small skulls, the smashed blue hills, the godawful hush.
Till then your smiles are found money.

Sylvia Plath, aus „Ariel“

*

Du wirst bald eine Abwesenheit spüren,
Die neben dir wächst, wie ein Baum,
Ein Baum des Todes, farblos, ein australischer Gummibaum –
Der seine Blätter verliert, vom Blitz entmannt – eine Illusion,
Und ein Himmel wie der Rücken eines Schweins, ein völliger Mangel an Zuwendung.
Aber jetzt gerade bist du stumm.
Und ich liebe deinen Unverstand,
Seinen blinden Spiegel. Ich schaue hinein
Und entdecke nur mein eigenes Gesicht, und du glaubst, das sei lustig.
Mir tut es gut,
Wenn du nach meiner Nase greifst, einer Leitersprosse.
Eines Tages berührst du vielleicht das Falsche –
Die kleinen Schädel, die zerstörten blauen Hügel, die gottverdammte Stille.
Bis dahin ist mir dein Lächeln wie eine zufällig gefundene Münze.

Übersetzung von Alissa Walser