Was aus den Händen glitt

Diese Traurigkeit versorgt sich heimlich
aus den großen Vorräten der Außenwelt.
Schau dir die Häuser an: fast alle haben Risse.

Platanen, deren Laub dazu da ist, Verlust
auszudrücken, Augen wie verglaste Pförtner-
stuben, dahinter Nebel und das Ende.

Ein paar Ecken weiter, in den Dach-
kammern unsrer Erinnerung, hält sich
das Gesumms der Fliegen versteckt.

Ein nackter Geliebter, ein verkommener
Streit und immerwährendes Staunen über
das Eigene, das aus den Händen glitt:

Akkorde und Schnee für kommende Winter.
Zeichen im Staub verlassener Dielen.
Ein Schwur. Ein Stattdessen. Die Tage darauf.

Lydia Daher

aus „Insgesamt so, diese Welt. Gedichte“