Mein Flehen

Darum sage ich Euch: Bei allem, um was ihr betet und fleht,
glaubt, dass ihr empfangen habt und es wird euch zuteil werden.
Markus, 11:24

En-Lil, Krishna, Wasserstoff-Atom,
was auch immer Ihr Name ist
ich flehe sie an, vom dritten Planeten
sie, Vater Abraham
der den ersten Regenbogen auf den Plan rief
und der trödelt, uns den letzten zu zeigen
der, der uns die Knochen der Saurier übrigließ
damit wir kapieren, sie wurden ausradiert aus dem Antlitz der Erde
Dankbar für alles, was du mir gegeben hast,
stemme ich meine Stirn zu Boden
und bete dich an
Mir fehlte etliches Zeug
ich wusste, das war Teil des Plans, also habe ich dich nicht damit belästigt
niemals hast du auch nur eine Beschwerde von mir gehört
klar, ich habe mein Schicksal ein paar Mal verflucht
aus reinem Schlendrian, den du sicher so geplant hast
Aber jetzt hör mir gefälligst zu
und verschwende ein bisschen deiner Gnade
Vielleicht verdiene ich diese Ehre nicht
in dem Fall könnte ichs verstehen
du weißt, dass ich dir nie zur Last gefallen bin
aber wenn es meinen Möglichkeiten entspricht
bitte ich
auf Knien, mit der Stirn auf dem Boden:

ich will, dass mir der Meteorit auf den Schädel knallt

Osiris, Odin, Quetzalcoatl
oder wie auch immer sie heißen!
Ich will betonen, dass ich sie niemals um irgendwas gebeten habe
Wenn nur das jetzt erfüllt wird-
meine Dankbarkeit wäre folgsam wie ein Wolf
quer übers Firmament

Julio Carrasco (*1969)

Quelle: Lyrikmail

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