Schweigen

Wir schweigen, was wir nicht vergessen –
Der Becher steht gefüllt mit Leid.
Wir stehen starr, wenn andre essen;
wir sind entfernt und ausgereiht.

Das Nächste schleppt sich wie gebrochen –
Wir sind ein Weh, das bitter haucht.
Wir haben immer stumm gesprochen;
Die wirre Nacht ist nicht verraucht.

Das schlichte Dasein das wir führen,
bleibt schwer wie Erde, dumpf wie Geld.
Wir sind ein blasses Volk, wir ernten
die Tränen von dem Bitterfeld.

Georg Hoprich

Quelle: Lyrikzeitung & Poetry News