Miami Vice

Das Remake auf der Höhe der Zeit:

Miami Vice

Originaltitel: MIAMI VICE

Polizeifilm, Thriller

Produktionsland: USA
Produktionsjahr: 2006
Produktionsfirma: Universal Pic./Forward Pass/Michael Mann Prod.
Länge: 132 Minuten
FSK: ab 16; f
Erstauffuehrung: 24.8.2006/29.12.2006 DVD/23.11.2008 RTL
DVD-Anbieter: Universal (16:9, 2.35:1, DD5.1 engl./dt.)

Darsteller: Colin Farrell (Sonny Crockett), Jamie Foxx (Ricardo Tubbs), Gong Li (Isabella), Naomie Harris (Trudy Joplin), Luis Tosar (Arcángel de Jesús Montoya), John Ortiz (Jose Yero), Chris Astoyan (Agent Perry), Domenick Lombardozzi (Det. Stan Switek), Justin Theroux (Det. Larry Zito), Ciarán Hinds (FBI Agent Fujima); Produzent: Michael Mann, Pieter Jan Brugge, Bryan H. Carroll, Gusmano Cesaretti, Michael Waxman; Regie: Michael Mann; Drehbuch: Michael Mann; Kamera: Dion Beebe; Musik: Klaus Badelt, John Murphy, Organized Noise; Schnitt: William Goldenberg, Paul Rubell; Vorlage: Anthony Yerkovich

Quelle: Filmlexikon

Schon in Collateral setzte die digitale Kamera Tom Cruise in einer derart unheimlichen Art und Weise in Szene, dass an der irdischen Natur des exzentrischen Superstars fortan mehr denn je gezweifelt werden durfte. Miami Vice geht den eingeschlagenen Weg konsequent weiter. Colin Farrell definiert die Figur Sonny Crockett fast ausschließlich über ihre Physis und ihre Kleidung, auch Manns neuer Lieblingsschauspieler Jamie Foxx, der in Filmen wie Ray (2004) dem Schauspielideal der Generation Pacino / De Niro noch mehr zu entsprechen schien, hat seine stärksten Momente in Augenblicken der extremsten körperlichen Belastungen und Erregungen. Die beiden nominellen Hauptfiguren werden jedoch von Gong Li in ihrem zweiten großen Hollywoodfilm nach Die Geisha (Memoirs of a Geisha, 2005) mühelos in den Schatten gestellt. Die inzwischen 41jährige chinesische Schauspiellegende (u.a. Rotes KornfeldHong gao liang, 1987; Ju Dou, 1990) versteckt ihr Alter nicht vor der Kamera und gewinnt gerade dadurch im Laufe des Films eine unglaublich sinnliche Präsenz, die Miami Vice einige seiner großartigsten Momente beschert.

Gong Lis Figur Isabella ist das „Good Bad Girl“ und Sonny Crocketts Love Interest in einem effektiven, an den Film Noir der vierziger Jahre angelehnten Drehbuch, welches von Michael Mann selbst verfasst wurde. Insgesamt ist Miami Vice, zumindest während den ersten beiden Dritteln der Laufzeit, mehr Melodrama als Copthriller oder Gangsterfilm. Die Gefahr geht – wie in den Klassikern der schwarzen Serie – von der Frau aus, nicht von den Verlockungen des Geldes. Im intensiven letzten Drittel des Films entladen sich die Spannungen zwischen den Figuren in einem extatischen Finale.

Michael Mann beschreibt seine Faszination für die Arbeit mit der digitalen Kamera mit folgenden Worten: „… to feel how the light hits the water and these people… to feel how saturated and vivid everything you’re looking at becomes.“ Der Experimentalfilmer Kenneth Anger sagte einst über seine Arbeiten: „I’m an artist working in light.“ Michael Mann ist der größte Lichtkünstler in Hollywood. Mit Miami Vice ist er der Perfektion erstaunlich nahe gekommen.

Quelle: critic.de