Ehekrieg

„Ehekrieg“ ist der sechste von neun Filmen, die das Paar Katharine Hepburn und Spencer Tracy gemeinsam bei MGM drehten: ein spritziger, pointierter, von George Cukor unfehlbar elegant inszenierter Komödienklassiker über Geschlechterbeziehungen und Rollenmuster. In einer Zeit, da die gesellschaftliche Gleichstellung der Frau noch lange nicht so selbstverständlich war wie heute, thematisiert die Komödie mit einem Augenzwinkern die Frage nach der Gleichberechtigung der Frau im beruflichen wie privaten Leben. Cukor gelang ein geistreiches Plädoyer für die Emanzipation, in dem sich Katharine Hepburn und Spencer Tracy einen urkomischen Schlagabtausch mit harten, aber herzlichen Bandagen liefern. Besonders charmant wirken die Szenen im Hause der Bonners. Ihr Ton entspannter Vertrautheit verrät auch etwas über die Beziehungen hinter den Kulissen: Die Drehbuchautoren Ruth Gordon und Garson Kanin waren verheiratet, Katharine Hepburn und Spencer Tracy ein heimliches Paar. 25 Jahre waren die beiden Hollywoodstars liiert, obwohl sich der bekennende Katholik Tracy niemals von seiner Frau scheiden ließ. Immer wieder verhalf die erfolgreiche Hepburn ihrem alkoholkranken Partner zu Rollen. Die tragische, aber unverbrüchliche Beziehung endete erst 1967, als Spencer Tracy plötzlich an einem Herzinfarkt starb. Zu seiner Beerdigung ging Hepburn aus Taktgefühl gegenüber seiner Familie nicht. Hepburn selbst wurde 96 Jahre alt. Mit ihr verstarb 2003 eine der letzten großen Hollywoodlegenden. Niemand war im Laufe seiner Karriere so oft mit der begehrtesten Auszeichnung der internationalen Filmwelt ausgezeichnet worden wie Katharine Hepburn: Ganze viermal erhielt sie einen Oscar als beste Hauptdarstellerin – ein bis heute ungebrochener Rekord.

Quelle: Arte

Ehekrieg

Originaltitel: ADAM’S RIB

Komödie

Produktionsland: USA
Produktionsjahr: 1949
Produktionsfirma: MGM
Länge: 100 Minuten
FSK: ab 16; nf
Erstauffuehrung: 18.3.1952/30.12.1967 ARD/20.11.1985 DFF 2

Darsteller: Spencer Tracy (Adam Bonner), Katharine Hepburn (Amanda Bonner), Judy Holliday (Doris Attinger), Jean Hagen (Beryl Caighn), Hope Emerson (Olympia La Pere), Tom Ewell (Warren Attinger), David Wayne (Kip Lurie); Produzent: Lawrence Weingarten; Regie: George Cukor; Drehbuch: Ruth Gordon, Garson Kanin; Kamera: George J. Folsey jr.; Musik: Miklos Rozsa; Schnitt: George Boemler

Inhalt

Der zweite aus der einzigartigen Serie der Cukor-Filme, die in den Jahren 1947 bis 1953 in Zusammenarbeit mit dem Autorenteam Ruth Gordon/Garson Kanin entstanden sind und vor allem ein Thema – meistens in Form der „sophisticated comedy“ – behandelten: Frauenemanzipation und Beziehung der Geschlechter. Hier führt ein fortschrittliches Juristenpaar stellvertretend den Geschlechterkampf vor den Schranken des Gerichts. Ein intelligentes Plädoyer für Gleichberechtigung.

Quelle: Filmlexikon