Das Verhör

Ich lasse mit meinem Spiel gerne die Vermutung reifen, dass wir alle arme Wesen sind, die unschöne Dinge tun können. Ob jemand ein Held oder ein Mistkerl wird, hängt manchmal nur an dem Flügelschlag eines Schmetterlings. Ich bin eine Art Brache, auf der ich weiß nicht welches Geheimnis gedeiht. In den schlimmsten Charakteren versuche ich jenen Moment größter Not darzustellen, der den Schrecken tilgt und in dem – für die Dauer einer Sekunde – die Fähigkeit zur Gnade entstehen kann, die alles verändert. Ich muss Zweifel säen und selbst verlorene Seelen zurückkaufen.

Michel Serrault: Michel Serrault, lachend über Abgründen. In: Die Zeit vom 31. Juli 2007

Das Verhör (1981)

Originaltitel: GARDE A VUE

Kriminalfilm, Literaturverfilmung

Produktionsland: Frankreich
Produktionsjahr: 1981
Produktionsfirma: Les Films Ariane/TF 1
Länge: 88 Minuten
FSK: ab 12; f
Erstauffuehrung: 18.2.1982/2.9.1983 Kino DDR/25.12.1984 DFF 2/31.12.2001 DVD/
DVD-Anbieter: Splendid/Ascot (1.66:1, Mono dt.), Concorde (16:9, 1.78:1, Mono frz./dt.)

Darsteller: Lino Ventura (Inspektor Gallien), Michel Serrault (Martinaud), Romy Schneider (Chantal), Guy Marchand (Inspektor Belmont), Elsa Lunghini (Camille), Jean-Claude Penchenat (Hauptkommissar); Produzent: Georges Dancigers, Alexandre Mnouchkine; Regie: Claude Miller; Drehbuch: Claude Miller, Jean Herman, Michel Audiard; Kamera: Bruno Nuytten; Musik: Georges Delerue; Schnitt: Albert Jurgenson; Vorlage: John Wainwright

Inhalt

Ein angesehener Notar wird im Laufe einer polizeilichen Vernehmung vom ursprünglichen Zeugen immer mehr zum Tatverdächtigen, dem die Vergewaltigung und Ermordung zweier achtjähriger Mädchen vorgeworfen wird. Ein zufälliger Fund führt zu einer unerwarteten Wendung. Spannendes Kammerspiel um Identität und Differenz von juristischer und moralischer Schuld, das seinen Rang vor allem aus dem glänzenden darstellerischen Vermögen der Protagonisten gewinnt. (Neuverfilmung: „Under Suspicion – Mörderisches Spiel“)

Quelle: Filmlexikon

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