Ferien

Der Titel suggeriert eine Idylle, die in Wirklichkeit nicht existiert. Dafür jede Menge Konflikte, die allenfalls angedeutet, keineswegs aber erläutert oder ausdiskutiert oder gar gelöst werden. Niemand haut mit der Faust auf den Tisch. Keiner lässt einfach alles stehen und liegen und geht. Visualisiert wird die Zeit als quälend langsame Komponente der Entwicklung. Zwei Menschen sitzen im Freien. Der Wind rauscht in den Wipfeln der Bäume. Es vergeht eine Ewigkeit, bis ein Gespräch entsteht. Gesagt wird scheinbar nichts Wesentliches. Der Wind rauscht weiter in den Wipfeln der Bäume. Wenn schließlich einer aufsteht und geht, hat sich nichts Entscheidendes verändert. Der Wind rauscht immer noch in den Wipfeln der Bäume. Das muss man mögen. Und verstehen.

Ferien

Drama

Produktionsland: Deutschland
Produktionsjahr: 2007
Produktionsfirma: Pickpocket/ZDF/3sat
Länge: 91 Minuten
FSK: ab 6; f
Erstauffuehrung: 14.6.2007/17.12.2007 DVD/1.4.2008 3sat
DVD-Anbieter: Filmgalerie451 (16:9, 1.85:1, DD5.1 dt.)

Darsteller: Angela Winkler (Anna), Karoline Eichhorn (Laura), Uwe Bohm (Paul), Anja Schneider (Sophie), Gudrun Ritter (Annas Mutter), Wigand Witting (Robert), Amir Hadzic (Max), Babette Semmer (Zoe), Leyla Bobaj (Leyla), Aaron Raabe (Aaron), Maria Hengge (Frau am See); Produzent: Thomas Arslan; Regie: Thomas Arslan; Drehbuch: Thomas Arslan; Kamera: Michael Wiesweg; Schnitt: Bettina Blickwede

Inhalt

Während der Ferien in der Uckermark kommt eine Familie zusammen, was weniger die erhoffte Entspannung bringt als die einzelnen Mitglieder mit unausgestandenen Konflikten konfrontiert und sie zwingt, sich ihren Gefühlen zueinander zu stellen. Eine bemerkenswerte Studie, die vor allem durch ihre intensive Spannung fesselt. Formal ausgereift, veranlasst der Film in seiner hoch konzentrierten Inszenierung die hervorragenden Darsteller zu bemerkenswerter körperlicher Zurückhaltung, wodurch das innere Drama von Menschen, die ihr Leben an sich vorüberziehen lassen, umso nachhaltiger wirksam ist.

Quelle: Filmlexikon

Im Schatten

Wie ein Pathologe die Leiche auf dem Seziertisch, obduziert Thomas Arslan sein Corpus delicti. Emotionen und schmückendes Beiwerk sind hier fehl am Platze. Keine coolen Sprüche, kein malerischer Soundtrack. Kühl und konsequent führt der Regisseur das Skalpell Schnitt für Schnitt und legt die inneren Organe einer Welt frei, in der es letzten Endes nur auf eins ankommt: Trau, schau, wem! Der Verzicht auf jede Form der Verklärung ist so radikal, dass selbst der Zuschauer emotional auf Distanz gehalten wird. Beeindruckend!

Im Schatten

Deutschland 2010 – 35mm – 85 Minuten
Produktion: Schramm Film Koerner & Weber, Berlin.
Koproduktion: ZDF/3sat.

Regie, Drehbuch: Thomas Arslan.

Kamera: Reinhold Vorschneider.
Schnitt: Bettina Blickwede.
Szenenbild: Reinhild Blaschke.
Kostüme: Anette Guther.
Ton: Andreas Mücke-Niesytka.
Musik:Geir Jenssen.
Tongestaltung: Jochen Jezussek, Christian Obermaier.
Mischung: Martin Steyer.
Produzenten: Florian Koerner von Gustorf, Michael Weber.
Redaktion: Inge Classen (ZDF/3sat).

Darsteller: Mišel Matičević (Trojan), Karoline Eichhorn (Dora Hillmann),
Uwe Bohm (René Mayer), Rainer Bock (Nico), David Scheller (Martin Krüger),
Peter Kurth (Richard Bauer).

freigegeben ab 12 Jahren (FSK Prüfkarte)
Verleih: Peripher Filmverleih, Berlin

Quelle: Peripherfilm

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