Der blaue Engel

Nahezu unerträglich an der Filmfigur des Gymnasialprofessors Immanuel Rath finde ich, dass seine Leidenschaft für die schöne Lola weniger ein Aufbegehren gegen seine absurd anmutende Pedanterie darstellt, sondern immer mehr einer Preisgabe an die Lächerlichkeit gleichkommt, der er am Ende nichts mehr entgegenzusetzen vermag. Die schauspielerische Leistung Emil Jannings schmälert das in keinster Weise. Und Marlene Dietrich legt mit diesem Film ein eindrucksvolles Zeugnis von ihrem Naturtalent für die Rolle der Femme Fatale ab…

Ich bin von Kopf bis Fuß / Auf Liebe eingestellt, / Denn das ist meine Welt, / Und sonst gar nichts. / Das ist, was soll ich machen, / Meine Natur, / Ich kann halt lieben nur / Und sonst gar nichts.

Männer umschwirr’n mich, / Wie Motten um das Licht. / Und wenn sie verbrennen, / Ja dafür kann ich nichts. / Ich bin von Kopf bis Fuß / Auf Liebe eingestellt, / Ich kann halt lieben nur / Und sonst gar nichts.

Der blaue Engel (1930)

Drama, Literaturverfilmung

Produktionsland: Deutschland
Produktionsjahr: 1930
Produktionsfirma: Ufa
Länge: 108 Minuten
FSK: ab 16; f (DVD: ab 12)
Erstauffuehrung: 1.4.1930/1953 Kino DDR/14.10.1957 DFF/9.12.1957 ARD/26.11.1989 TV (OF)/26.11.2001 DVD
DVD-Anbieter: BMG (FF: 1.19:1, Mono dt.)

Darsteller: Emil Jannings (Prof. Immanuel Rath), Marlene Dietrich (Lola Lola), Kurt Gerron (Kiepert), Rosa Valetti (Guste Kiepert), Hans Albers (Mazeppa); Produzent: Erich Pommer; Regie: Josef von Sternberg; Drehbuch: Robert Liebmann, Josef von Sternberg, Carl Zuckmayer, Karl Vollmöller; Kamera: Günther Rittau, Hans Schneeberger; Musik: Friedrich Hollaender; Schnitt: Sam Winston; Vorlage: Heinrich Mann

Inhalt

Die Tragödie eines pedantischen Gymnasialprofessors am Ende des 19. Jahrhunderts, der sich durch die Leidenschaft für eine Tingeltangel-Sängerin lächerlich macht und sich schließlich zugrunde richtet. Erschütternde Charakterstudie von Emil Jannings und Ausgangspunkt für Marlene Dietrichs Weltkarriere als Vamp in Sternbergs kongenialer, wenn auch literarisch nicht exakter Verfilmung von Heinrich Manns „Professor Unrat“.

Quelle: Filmlexikon