Sturm

Integrität auf der einen und die Biegsamkeit der Wahrheit auf der anderen Seite – das ist das Spannungsfeld des Konfliktes, in dem sich unsere Hauptfigur Hannah bewegt. Das persönliche Schicksal der Zeugin Mira droht aus dem Blickfeld zu geraten, weil sich das Tribunal einem willkürlich auferlegten Zeitrahmen unterordnen muss. Ein Kompromiss, der die Beschleunigung des Verfahren ermöglicht, scheint für alle Beteiligten eine vernünftige Lösung zu sein.

Außer für Hannah.

Uns haben die Widersprüche einer Frau interessiert, für die die Pflichterfüllung innerhalb der Institutionen immer oberstes Gebot war und die nun durch ihre Unnachgiebigkeit zur Außenseiterin zu werden droht. Die mit dem Umstand konfrontiert wird, dass sich ein System gegen sie stellt, das sie immer überzeugt und mit Leidenschaft vertreten hat.

Hans-Christian Schmid (Regie)

Sturm (2009)

Originaltitel: STORM

Drama

Produktionsland: Deutschland/Dänemark/Niederlande
Produktionsjahr: 2009
Produktionsfirma: 23/5 Filmprod./Zentropa Int. Köln/Zentropa Ent. Berlin/Zentropa Entertainments5/Zentropa Int. Netherlands/IDTV/Film i Väst/SWR/ARTE/WDR/BR
Länge: 105 Minuten
FSK: ab 12; f
Erstauffuehrung: 10.9.2009

Darsteller: Kerry Fox (Hannah Maynard), Anamaria Marinca (Mira Arendt), Stephen Dillane (Keith Haywood), Rolf Lassgård (Jonas Dahlberg), Alexander Fehling (Patrick Färber), Tarik Filipovic (Mladen Banovic), Kresimir Mikic (Alen Hajdarevic), Steven Scharf (Jan Arendt), Joel Eisenblätter (Simon Arendt), Jesper Christensen (Antony Weber); Produzent: Britta Knöller, Hans-Christian Schmid, Marie Cecilie Gade, Bettina Brokemper, Frans van Gestel, Jeroen Beker; Regie: Hans-Christian Schmid; Drehbuch: Bernd Lange, Hans-Christian Schmid; Kamera: Bogumil Godfrejów; Musik: The Notwist; Schnitt: Hansjörg Weissbrich

Inhalt

Die Anklage gegen einen Ex-Befehlshaber der jugoslawischen Armee wegen Menschenrechtsverletzungen vor dem internationalen Gerichtshof in Den Haag droht zusammenzubrechen, als der Hauptbelastungszeuge Selbstmord begeht. In der Schwester des Toten entdeckt die engagierte Anklägerin eine weitere Zeugin der Gräuel. Diese zögert, vor Gericht auszusagen, doch auch politische Verstrickungen bedrohen den Prozess. Ein überzeugender Politthriller mit eindrucksvollen Hauptdarstellerinnen, die ebenso wie die um Authentizität bemühte Inszenierung den politischen Fragen nach der Ahndung von Kriegsverbrechen Dringlichkeit verleihen. (Kinotipp der katholischen Filmkritik)

Quelle: Filmlexikon