We dance round in a ring and suppose, / But the Secret sits in the middle and knows.

„Man sollte wirklich alles, was sich über das Gemeine erheben muss, in Versen wenigstens anfänglich konzipieren, denn das Platte kommt nirgends so ins Licht, als wenn es in gebundener Schreibart ausgesprochen wird.“

Friedrich Schiller

Wohlan denn:

Feiertag.
Suhlen im
Wasser und Tauchen
im Finsteren Tal. Feuchte
und Stille, nur die Spannung
schwebt wie ein Bogen im Raum.
Noch 84 Seiten bis zum gnadenlosen Showdown.

Inzwischen:

Latte Macchiato schmeichelt den Schleimhäuten, macht die
Mundhöhle geschmeidig für Smalltalk und Subtext,
ölig an der Oberfläche, aber
zwischen den Zeilen, da
zerfallen die Sprechblasen,
porös wie
Milchschaum.

Schalttag

Heute

klafft eine

Lücke im Lauf

der Zeit. Im Kopf

legt sich ein Schalter um.

Die Zeit stellt eine neue Rechnung

auf – du musst sie begleichen –

und ruft zum Diktat

der Zahl – du

wirst dich

beugen.

Rauch

Rauch.

Ein dünner

Faden zieht zum

Fenster hinaus, zerfasert im

Wind und Widerhall eines Gebets:

Gegrüßet seist du kolossaler Aschenbecher voll

der Gnaden, die Kippe sei mit dir.

Gedankengemisch aus festen und flüssigen Phasen – dahin, dahin.

Abgase, Ruß, Flugasche, Unverbranntes und Nebeltröpfchen – hungrige

Hirnzellen verzehren sich nach Schwebeteilchen und

Fluiden. Zum Fenster hinaus entweicht

alles, was so feinstverteilt

ist und flüchtig

wie der

Rauch.

Müllabfuhr

Müllabfuhr.

Im Halbschlaf

dringt das Leeren

der Tonnen an dein

Ohr, und vor deinem geistigen

Auge thront unergründlich wie die Tiefe

der Müllmeere ein Buddha im Inneren des

Wagens und nährt sich von allem,

 was unrein ist. Und du

denkst: Er ist es.

Er ist der

Gott des

Mülls.

Fastenzeit

Fastenzeit.

Schwarze Löcher

voll gähnender Leere –

in den Fenstern sind

die Weihnachtssterne erloschen, herabgefallen wie

glühende Schnuppen, eingeschlagen wie Meteore in

finsteren Schubladen, wo sie alljährlicher Wiederkehr harren.

Aus ihrem Massengrab dagegen wahrhaft auferstanden sind eine

bunte Hühnerschar, aus Draht und Wollresten gebogen

oder gestrickt, und ein schwergewichtiges Ei

aus Speckstein, das wie der

Felsblock des Sisyphos über

die schiefe Ebene

des Küchentischs

kullert.

Morgendunst

Morgendunst –

dünnes Molton,

vom Gegenlicht der

aufgehenden Sonne durchwirkt. Oder:

wie ein beschlagenes Gefäß, in

das allmählich aus goldenem Mund die

Essenz des Tages fließt. Die Luft, die

Luft, sie riecht nach Zimt und

Zucker – kein Duft aus uralten

Tagen geht einem jemals

aus dem Sinn.

Manche tragen

Namen.

Sonntag

Sonntag.

Suhlen im

Wasser und Tauchen

im Finsteren Tal. Feuchte

und Stille, nur die Spannung

schwebt wie ein Bogen im Raum.

Noch 84 Seiten bis zum gnadenlosen Showdown.

Inzwischen:

Latte Macchiato schmeichelt den Schleimhäuten, macht die

Mundhöhle geschmeidig für Smalltalk und Subtext,

ölig an der Oberfläche, aber

zwischen den Zeilen, da

zerfallen die Sprechblasen,

porös wie

Milchschaum.