Inbetween

Just a shadow. Hardly that. But audible. Coming out of the woods, whispering Happily Ever After...
Just a shadow. Hardly that. But audible.
Coming out of the woods, whispering
Happily Ever After…*

Ich glaube, es geht mir besser, sagte ich neulich zum Urenkel der Schwarzen Witwe, der sich von berufs wegen für mein Befinden interessiert. Beide brachen wir zugleich in schallendes Gelächter aus. Im selben Moment war mir klar, dass meine Antwort, die ich mir im Vorfeld sorgfältigst zurecht gelegt hatte, nicht gerade überzeugend geklungen haben konnte. Gelogen war sie nicht. Sie war so ehrlich, wie ich es zum jetzigen Zeitpunkt sein kann. Darüber hinaus wollte ich nicht den Eindruck eines sich stetig ausweitenden tiefen Tales erwecken. Manchmal ist der Eindruck, den man hinterlassen möchte oder eben nicht, etwas, woran man sich festhalten kann. Ich glaube wirklich, dass es mir besser geht, bekräftigte ich meine Aussage. Am Ende wird ihn nicht die sondern mein Lachen dahingehend überzeugt haben, dass ich zumindest auf einem Weg bin, der aus dem tiefen Tal auch wieder hinaus führt.

Eigentlich hatte ich ihn um eine Erklärung für einen Gedanken bei Teju Cole bitten wollen, der mich bis heute nicht loslässt:

In Trauer und Melancholie und später in Das Ich und das Es argumentierte Freud, dass man im normalen Trauervorgang die Toten verinnerlicht. Die Toten werden vollständig in die Lebenden assimiliert, in einem Prozess, den er Introjektion nennt. Bei einem Trauerprozess, der nicht normal verläuft, bei einer falschen Trauer sozusagen, findet diese gesunde Verinnerlichung nicht statt, sondern etwas, das er Inkorporation nennt. Dann besetzen die Toten nur einen Teil des Überlebenden; sie sind teilweise abgetrennt, verborgen in einer Krypta, von der aus sie die Lebendigen heimsuchen.

Ich verstehe den Unterschied nicht. So oft und so lange ich darüber nachdenke, verstehe ich ihn immer weniger. Leider vergaß ich, den Urenkel danach zu fragen. Auch das Vergessen ist unter Umständen als gutes Zeichen zu werten. Vermutlich hätte er ohnehin abgewunken. Wenn überhaupt, wird Freud heutzutage höchstens noch aus literarischen Gründen gelesen.

Apropos Vergessen: Der Schwester erzählte ich von meinem letzten Traum. Vielleicht brauchst Du das, meinte sie, ihm den Schwarzen Peter zuzuschieben. Auch das gab mir zu denken. Wieso sollte ich das brauchen? Weil Vorwürfe Trotzreaktionen provozieren? Versuche, sich zu rechtfertigen. Das eigene Recht auf Leben verteidigen. Kleine Freuden wie ein Bollwerk vor sich aufbauen.

Zur Medikation gesellt sich nun auch noch ein blutdrucksenkendes Mittel. So what! Die Wirkung ist von größerer Durchschlagskraft als die so manchen Psychopharmakums. Von alleine konnte ich aus dem Drivemodus meines inneren Automatikgetriebes nicht mehr runterschalten. Ich bin jetzt ruhiger. Auch der Presslufthammer, der schon am Morgen in mir zu wüten begann, hat seine Arbeit eingestellt. Ich renne nicht mehr mit weit geschlossenen Augen durch die Gegend.

Nur eine irrationale innere Stimme begleitet mich auf Schritt und Tritt. Wie der Geist, der stets verneint. Und gegen den vielleicht alles, was in diesen Tagen danach entsteht, verteidigt werden muss.

*Zitat Paul Grant, „Just Another Paradigm Shift“

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