Die Fünfte Jahreszeit

Um leblose Erlebnisse kam ich am besten herum, wenn ich still irgendwo saß, ein Haus oder eine Wand anschaute und dabei, zum Beispiel, dem kindischen Lärm eines fernen Rummelplatzes zuhörte.

Wilhelm Genazino, aus den Notizbüchern von Sätze&Schätze

Rummelplatz
Rummelplatz

Seit einer Woche tost in unserer Kleinen Stadt nun schon die Fünfte Jahreszeit. Irgendwie kann man sich ihr kaum entziehen. Die zum Festplatz pilgernden Heerscharen sind allgegenwärtig. Entweder du gesellst dich zu ihnen oder sitzt still irgendwo an der Peripherie und lauschst ihren Hymnen.

Der geneigte Leser imaginiere an dieser Stelle eine Kakophonie aus einschlägigen Tonspuren. Das Sausen und Brausen der Schleudersitze über dem Inferno, das Kreischen der darin baumelnden Armen Seelen und den Lobgesang Wolfgang Petrys auf den Wahnsinn und die Hölle Hölle Hölle.

Wie auch immer. Hörst du lange genug hin, tut sich irgendwann das Auge dieses Feuersturms auf. Und: Wenn du lange genug in seinen Abgrund blickst, blickt der Abgrund irgendwann auch in dich hinein.

Mit der Schwester also an der Peripherie dieses Abgrunds gesessen und – ein bisschen trunken vom mitgeführten Wein – den Blick vorsichtshalber nur ins heilignüchterne Wasser getunkt. Wohin die eine Hälfte unserer Leben entschwunden ist, erscheint in seinem Spiegel ebenso ungewiss wie das, was die andere noch zu bringen gedenkt. Beide wirken in unendliche Fernen gerückt. Nur unser Lachen schwingt sich auf, und weht wie ein Fähnlein im Wind über all das hinweg. Bis hierher und nicht weiter. Weiter wollen wir gar nicht wissen von uns und für den Moment.

Ach, ist doch alles eins, hätte unsere Großmutter jetzt gesagt und dabei mindestens so schallend gelacht wie wir.

Sonntagsausflug

Gilbhard im Park

Durchgesessen

Ostdeutsche Galerie

Große Fußwaschende

Fahnenstrickinstallation

Spidronized Archimedean Solids

Licht und Schattenstruktur


Sonnenschein und lange Schatten

Hell und Dunkel

Eingewachsen

Anschmiegsam

Eingebettet

Altes Kreuz und junger Baum

Portal der Schottenkirche St. Jakob


Hinterhof der Dreieinigkeitskirche


Wallfahrt

Abfahrt: 13.36 Uhr Gleis 2

…und Pilger!

Jedem seine eigene Kreuzwegstation.

Lourdesgrotte am Wegesrand

Kalvarienberg ohne Kreuz

Rast im Kastaniengarten „Zur schönen Aussicht“

Schattenspiel an der Friedhofsmauer

Turm der Wallfahrtskirche

Abstieg auf eigene Gefahr

Donau und Eisenbahnbrücke

Blick zurück

Überhängende Äste eines Apfelbaums