Die Attentäterin

„Da, wo man ihn am wenigsten vermutet, findet sich immer ein Bezug zwischen den Dingen“, erklärte Benjamin, der lange Philosophie an der Universität von Tel Aviv unterrichtet hatte, bevor er sich in Jerusalem einer höchst umstrittenen Gruppe von Pazifisten anschloss. „Deshalb liegen wir ja auch immer von neuem daneben.“

Yasmina Khadra, „Die Attentäterin“

Die Attentäterin

Ich erinnere mich nicht, eine Detonation gehört zu haben. Ein Zischen vielleicht, ähnlich dem Reißen eines Stoffes, aber sicher bin ich mir nicht. Meine Aufmerksamkeit ist abgelenkt von diesem Mann, der vom Heer seiner frommen Anhänger getragen wird wie ein Gott, während seine Leibgarde versucht, ihm einen Weg zu seinem Fahrzeug zu bahnen. „Macht Platz da. Bitte geht zur Seite, lasst uns durch.“ Die Gläubigen drängeln, stoßen einander in die Rippen, um aus der Nähe einen Blick auf den Scheich zu erhaschen, einen Zipfel seines kamis zu berühren, seines langen Gewandes. Der verehrte Greis winkt in die Menge, grüßt  hier einen seiner Bekannten, dankt dort einem seiner Schüler. Der Blick seines asketischen Gesichts ist so schneidend scharf wie die Klinge eines Krummschwerts…

Yasmina Khadra, „Die Attentäterin“