Bist du bereit, deinem Schöpfer zu begegnen?

Letzte Woche habe ich in der Asbury Press eine Geschichte gelesen, die noch immer in mir brennt wie eine Nessel. Eigentlich war es eine typische Nachricht, wie wir sie jeden Morgen lesen, sie versetzt uns einen tiefen, sich ausbreitenden Stich des Schocks und Grauens, und wir starren eine Weile in den Himmel, dann wendet sich das Auge anderen Themen zu – Prominentengeburtstagen, Sportmeldungen, Todesanzeigen, neuen Immobilienangeboten -, was uns zu anderen Sorgen bringt, und am Spätvormittag haben wir sie schon vergessen…

Richard Ford, „Die Lage des Landes“

Ein 683 Seiten starker Wälzer, den ich bei Thalia aus der Wühlkiste fischte. Nicht gerade die Buchhändler meines Vertrauens, aber Wühlkisten mit Büchern darin üben nun mal eine magische Anziehungskraft auf mich aus. Den Laden selber kann man vergessen. Zufällig lag er vis-à-vis dem Saturn, wo uns eigentlich die Schnäppchen aus der CD-Abteilung, nämlich die der Sparte Jazz interessierten. Dafür waren Thomas und ich eigens nach Bergisch-Gladbach gefahren, und dafür dass es sich allem Anschein nach um ein auslaufendes Sortiment handelt, war die Ausbeute auch hier nicht gering:

Draußen fand ich es an diesem Tag ungemütlich kühl, ja, ich war total durchgefroren, als wir auf dem Weg zurück zum Auto noch im Café Galerie einkehrten, und alle Sinne standen mir eigentlich nach einer heißen, dampfenden Suppe. Die Küche dort schien allerdings mit einer geschlossenen Gesellschaft im angrenzenden Nebenraum alle Hände voll zu tun zu haben, zwei Frauen schienen das Lokal ganz alleine zu schmeißen, und so begnügte ich mich mit einer heißen Schokolade. Wieder zuhause legten wir uns dann gleich mal „Fuego“ auf. Eric Dolphy war erst am nächsten Tag dran und außerdem hatten wir eine Woche zusammen, aber seitdem nennt Thomas es das Eric-Dolphy-Wochenende.