Bubbles all around

I was walking past a department store in New York, it was coming up to Christmas and they had these two bubbles in the window, and I remembered this painting by Hieronymus Bosch in which it looked like a bubble was coming out of the ground.

Melvin Sokolsky

Melvin Sokolsky for "Harper's Bazaar" (Paris, St. Germain, 1963)
Melvin Sokolsky for „Harper’s Bazaar“ (Paris, St. Germain, 1963)

Walking past a department store…

Ein paar Runden drehen, und den Ringen beim Wachsen zusehen. Wie sie sich über die Dinge ziehn durch Raum und Zeit.

Ariadne schenkte Theseus ein rotes Wollknäuel, das er beim Betreten des Labyrinths des Daidalos abrollte. Mit Hilfe dieses Roten Fadens fand er am Ende auch wieder aus dem Labyrinth heraus.

Oder Hänsel und Gretel. Die beiden navigierten sich mit Brotkrumen aus dem dunklen und ach, so bitterkalten Wald.

Um 1500 malte Hieronymus Bosch seinen Garten der Lüste, der eigentlich ein Garten der Liebe ist.

The bubble, an die sich Melvin Sokolsky im Jahr 1963 erinnert, gleicht einer Fruchtblase, die dem Kelch einer exotischen Blüte entspringt und in ihrer transparenten Sphäre einen Mann und eine Frau birgt.

Es ist die Geburtsstunde seiner Bubble Series, mit der er weibliche Modelle für eine Fotoserie in Harper’s Bazaar wie extraterrestrische Wesen in gläsernen Raumkugeln vom Himmel über Paris oder auf dem Wasser der Seine schweben lässt.

Sammy Slabbinck, "Somewhere between Paris & New York" (Tribute to Melvin Sokolsky)
Sammy Slabbinck, „Somewhere between Paris & New York“ (Tribute to Melvin Sokolsky)

 

Der 1977 geborene Sammy Slabbinck wiederum sammelt von Kindesbeinen an alte Magazine aus den 60er Jahren. Später wird er Ausschnitte daraus für seine Collagen verwenden.

Tribute to Melvin Sokolsky lese ich unter einer von ihnen und frage mich, wer dieser Mann, dem hier Tribut gezollt werden soll, eigentlich ist. Meine Recherche führt mich in die Welt der Modefotografie vor dem digitalen Zeitalter, und am Ende lässt sie mich wieder bei Bosch landen.

Aus welchen Quellen der Inspiration der Alte Meister wohl geschöpft haben mag?

Seit ewigen Zeiten wirft immer irgendwo einer einen Kieselstein ins Wasser und weiß nicht wem löst es die Seele los.

Da neigt sich die Stunde und rührt [auch] mich an. Es macht mich glücklich, wenn ich den unendlichen Ariadnefaden irgendwo aufscheinen sehe, selbst wenn es nur Fasern sind, die ich hie und da zu fassen bekomme. Und für den Moment sei die Frage, was das alles überhaupt mit mir zu tun hat, hintangestellt.

 

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