Der Wolf und die sieben jungen Geißlein

Illustration von Karl Fahringer (1874 - 1952)
Illustration von Karl Fahringer (1874 – 1952)

Nun gieng der Bösewicht zum drittenmal zu der Haustüre, klopfte an und sprach „macht mir auf, Kinder, euer liebes Mütterchen ist heim gekommen und jedem von Euch etwas aus dem Walde mitgebracht.“ Die Geißerchen riefen „zeig uns erst deine Pfote, damit wir wissen dass du unser liebes Mütterchen bist.“ Da legte er die Pfote ins Fenster, und als sie sahen dass sie weiß war, so glaubten sie es wäre alles wahr, was er sagte, und machten die Türe auf. Wer aber hereinkam, das war der Wolf. Sie erschraken und wollten sich verstecken…

Illustration von Karl Fahringer (1874 - 1952)
Illustration von Karl Fahringer (1874 – 1952)

…Und als er an den Brunnen kam und sich über das Wasser bückte und trinken wollte, da zogen ihn die schweren Steine hinein und er musste jämmerlich ersaufen. Als die sieben Geißlein das sahen, da kamen sie herbei gelaufen, riefen laut „der Wolf ist tot! der Wolf ist tot!“ und tanzten mit ihrer Mutter vor Freude um den Brunnen herum.

Brüder Grimm, Kinder- und Hausmärchen („Der Wolf und die sieben jungen Geißlein“)