Der Hund und der Sperling

Illustration von Hermann Vogel
Illustration von Hermann Vogel-Plauen

„Ach, ich armer Mann!“ „Noch nicht arm genug“ sprach der Sperling, setzte sich auch dem dritten Pferd auf den Kopf und pickte ihm nach den Augen. Der Fuhrmann schlug in seinem Zorn, ohne umzusehen, auf den Sperling los, traf ihn aber nicht, sondern schlug auch sein drittes Pferd tot. „Ach, ich armer Mann!“ rief er. „Noch nicht arm genug“, antwortete der Sperling, „jetzt will ich dich daheim arm machen“, und flog fort.

Brüder Grimm, Kinder- und Hausmärchen („Der Hund und der Sperling“)

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Fitchers Vogel

Illustration von Hermann Vogel, Künstlername auch Hermann Vogel-Plauen (1954-1921)
Illustration von Hermann Vogel, Künstlername auch Hermann Vogel-Plauen (1954-1921)

Daheim aber ordnete die Braut das Hochzeitsfest an und ließ die Freunde des Hexenmeisters dazu einladen. Dann nahm sie einen Totenkopf mit grinsenden Zähnen, setzte ihm einen Schmuck auf und einen Blumenkranz, trug ihn oben vors Bodenloch und ließ ihn da hinausschauen. Als alles bereit war, steckte sie sich in ein Fass mit Honig, schnitt das Bett auf und wälzte sich darin, dass sie aussah wie ein wunderlicher Vogel und kein Mensch sie erkennen konnte. Da gieng sie zum Haus hinaus, und unterwegs begegnete ihr ein Teil der Hochzeitsgäste, die fragten

„Du Fitchers Vogel, wo kommst du her?“

„Ich komme von Fitze Fitchers Hause her.“

„Was macht denn da die junge Braut?“

„Hat gekehrt von unten bis oben das Haus,

und guckt zum Bodenloch heraus.“

Brüder Grimm, Kinder- und Hausmärchen („Fitchers Vogel“)

Illustration von Arthur Rackham
Illustration von Arthur Rackham