Dalí Atomicus

Philippe Halsman, „Dalí Atomicus“ (1948)

Philippe Halsman hat mit seinen Fotografien sehr zum Mythos Salvador Dalí beigetragen. Die Begegnung der beiden zu Anfang der 40er Jahre legte den Grundstein für eine lang währende und künstlerisch produktive Freundschaft. In enger Zusammenarbeit entstanden surreale Porträts des Künstlers, die in der Fotomontage Dalís Prinzip der paranoisch-kritischen Bildfindung nachkommen.

Das wohl berühmteste dieser Porträts, „Dalí Atomicus“, ist ein Meisterwerk an Fantasie und technischem Können; der Künstler mitsamt seinen Bildern, Möbeln, Katzen und fließendem Wasser scheint in der Luft zu schweben. In dieser Fotografie, die Mitte des 20. Jahrhunderts noch völlig ohne die Möglichkeiten digitaler Bildbearbeitung auskommen musste, scheint Halsman die Schwerkraft aufzuheben und in eine traumartige Welt, die auch Dalís Bildern zueigen ist, einzutauchen. „Sechs Stunden und achtundzwanzig Würfe später hat das Resultat meine bestrebte Perfektion zufrieden gestellt“, schrieb Halsman. „Salvador und ich waren nass, dreckig und komplett erschöpft – nur die Katzen sahen noch aus wie neu.“

Seine „Jump Pictures” von Politikern und Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens, die er 1959 realisierte, galten als seine Spezialität: Die Porträtierten sollten für das Portrait vom Boden abspringen, im Moment des Sprunges wurden sie festgehalten – auf dem Bild scheinen sie zu schweben. Besonders bekannt wurden diese eigenwilligen Ganzkörper-Portraits neben dem von Salvador Dalí auch von US-Präsident Nixon, dem Filmkomiker Fernandel oder dem Herzogspaar von Windsor. Als „Jump Book” wurden diese Bilder im gleichen Jahr veröffentlicht.

Quelle: Kunsthaus Graz und wikipedia