Auguste-Rosalie Bisson

In Zeiten zunehmender Industrialisierung und Technisierung wurde auch die Natur neu entdeckt. War der Blick auf die Landschaft in der klassischen Malerei noch ein idealisierender, so entsprach die Fotografie einem wachsenden Bedürfnis, die Umgebung mit den analytischen Augen der Wissenschaft neu und vor allem realistischer zu interpretieren.

Als einer der Pioniere der Wissenschaftlichen Fotografie gilt der Franzose Auguste-Rosalie Bisson (* 1. Mai 1826 in Paris, Frankreich; † 22. April 1900 ebenda). Nach mehreren vergeblichen Versuchen gelang es ihm und seinem älteren Bruder und Fotografen Louis-Auguste Bisson (1814-1876) im Sommer 1861, den Mont Blanc zu besteigen. Die große Herausforderung aber bestand nicht in dessen Erklimmung sondern darin, mit dem von den Bissons verwendeten nassen Kollodiumverfahren die bis dahin ersten Fotos vom sogenannten „verdammten Berg“ zu machen. Deren Anfertigung setzte zudem eine zeitnahe Verarbeitung voraus. Ein Reisefotograf in der Frühzeit der Fotografie musste also zu diesem Zweck neben seiner sonstigen Ausrüstung auch noch ein Dunkelkammerzelt mit sich führen.

In einem zeitgenössischen Bericht heißt es: „The tent was erected, the camera placed on the stand, the plate coated and sensitized, exposed, and the view was taken. And what a view! What a panorama! As the picture was being developed, there was no water at hand to rinse it. It was assumed one could melt snow with the lamps, but in this atmosphere, the lamps burned only with a very small flame…“

Was bis dahin unter extremen Wetter- und Temperaturbedingungen noch unerprobt gewesen war, gelang am Ende. Und erscheint heute nahezu unvorstellbar…

Quelle: wikipedia