En Route V

Darum ist die Schönheit niemals frei von Melancholie: Sie trägt gleichsam Trauer um die Philosophie. Bei der Kunst geht es nicht um einfache Arbeit des Negativen, sondern um die von keiner überwindenden Dialektik aufhebbare Trauerarbeit.

Sarah Kofman, „Melancholie der Kunst“

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9 Gedanken zu “En Route V

  1. Das obige Zitat konnte ich nur mit Hilfe eines Menschen vom Fach verstehen. Es spielt wohl auf die Hegel´sche Dialektik an, den Begriff der Negation usw.
    Woran es mich als Laie erinnert hat ist das Gedicht von Gerard Manley Hopkins „How to keep“, dessen Anfang schon ganz wunderbar und melancholisch ist:

    Is there any any, is there none such, nowhere known some, bow or brooch or braid or brace, lace, latch or catch or key to keep back beauty, keep it, beauty, beauty, beauty, . . . from vanishing away?

    Hier rezitiert vom großartigen Richard Burton:

    1. Ein zauberhaftes Geschenk, dieses Gedicht, liebe Tikerscherk! „A care kept.—Where kept? Do but tell us where kept, where.— Yonder.—What high as that! We follow, now we follow.—Yonder, yes yonder, yonder,
      Yonder.“ Drückt es doch genau das aus, was ich beim Blick in das abgewrackte, ehemals 1-Klasse-Abteil dieses Zuges empfinde. Wie weit das Auge wohl reichen würde, wenn es über den Fluchtpunkt hinaussehen könnte. Für das Zitat habe ich mich, wie immer, rein intuitiv entschieden, und meine Assoziationen haben vermutlich nichts mit dem philosophischen Hintergrund zu tun. Deine Anmerkungen nehme ich jedoch zum Anlass, die von Dir genannten Begriffe nachzuschlagen… mal sehen, wie weit ich komme, so ganz ohne fachmännische Hilfe..:-)

      1. Es ist wunderbar dieses Gedicht, nicht wahr?
        „Yonder, yes yonder, yonder, Yonder.“

        Das Zitat hat zu einem langen Gespräch über Hegel, Adorno und nicht zuletzt über seine Verfasserin geführt. Da ich es nicht verstanden hatte, hatte ich den Philosophen an meiner Seite dazu befragt.
        Ich verstehe es immer noch nicht, weil die Stichworte darin sehr weit in die Ideengeschichte hinein führen. Die Ahnung, die es in mir erzeugt, den leisen Schmerz der Vergänglichkeit von Schönheit, den fühle ich besser, wenn ich nicht weiter hineinzoome. So geht mir das oft. Je mehr ich weiß umso mehr ernüchtere ich und die Dinge verlieren ihren Zauber.

        Das Bild passt ausgezeichnet dazu.

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