If her life were a train, she wouldn’t be able to catch it…

Die hohe Decke [in Chair Car], die nicht wie gewöhnlich gewölbt, sondern rechteckig ist, und die geschlossene Tür bewirken, daß unserer Bewegung nach vorne eine absolute Grenze gesetzt und der zwingende Eindruck erzeugt wird, daß diese Leute hier nicht sehr weit fahren, wenn sie überhaupt reisen. Auch außerhalb des Fensters gibt es nichts, was auf eine Bewegung hindeutet, nichts als das Licht, das – obwohl es den Betrachter zur Tür führt – das Bild scheinbar erstarren läßt, es in einer absoluten Gegenwart einfriert…

Etwas, was uns in Chair Car anzieht, ist die Art und Weise, wie die vier Passagiere die Beliebigkeit individueller Interessen vorführen… Die Insichgekehrtheit jeder Person überschneidet sich gewissermaßen mit der Hauptstoßrichtung des Bildes und befreit sie aus dem wie ein Gefängnis erscheinenden Wagen. Das Gefühl, gleichzeitig eingesperrt und ausgesperrt zu sein, ist dem, was wir in Nighthawks verspüren, eng verwandt, es treibt uns vorwärts, obwohl es darauf beharrt, daß wir bleiben. Dabei handelt es sich um ein ziemlich konsistentes Muster bei Hopper, daß die Geometrie des Bildes eine Handlung einfordert, die der von der Erzählung gewollten Handlung entgegensteht.

Mark Strand, „Über Gemälde von Edward Hopper“

Für eine sehr schön animierte Version von Compartment C Car 293 von Nick Brown siehe hier… (…und in diesem Zusammenhang ein herzliches Dankeschön an die Beat Company!)

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