Gott, mit dem Gesicht zum Meer

Wir hatten hinter uns Schritte und das Geraschel von trockenem Laub vernommen, von einem, der zugleich müde und eilig einherging. Es war der Maler Joan Miró, der uns einzuholen versuchte. Unter jedem Arm trug er ein ziemlich schweres, buntes Herz-Jesu-Bild. Er teilte uns mit, dass er Gott gesucht und sich letztendlich mit einer Annäherung zufriedengegeben habe. Einer aus unserer Gruppe – einer, der in den Cafés immer den Schal in der Garderobe vergisst – antwortete ihm, dass er Gott, stark und ewig, Anfang und Ende von allem, Vermesser des Absoluten, allgegenwärtig, zu jeder Stunde und in jedem Land, mit dem Meer zugewandtem Gesicht, geduldig und barmherzig bei den Alten und Rentnern sitzend finden könne, auf der Bank der Wenn’s-Nicht-So-Wäre.

Josep Vicenç Foix

Aus dem Katalanischen übersetzt von Johannes Beilharz. Die Vorlage stammt aus: J. V. Foix, Obres Completes, 1985.

Quelle: Fixpoetry

Joan Miró, "Photo: This is the color of my dreams" (1925)
Joan Miró, „Photo: Ceci est la couleur de mes rêves“ (1925)
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3 Gedanken zu “Gott, mit dem Gesicht zum Meer

      1. Ja, das www ist nicht nur ein großer Müllhaufen, sondern auch eine Fundgrube – für den, der sie zu nutzen weiß. Ich danke sehr für diesen Miró: wahrhaftig ein beat, der nachhallt.

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