Über die Landschaft warf er einen blauen Schatten.

Blau ist das männliche Prinzip, herb und geistig. Gelb das weibliche Prinzip, sanft, heiter und sinnlich. Rot die Materie, brutal und schwer und stets die Farbe, die von den anderen beiden bekämpft und überwunden werden muß! Mischst Du z. B. das ernste, geistige Blau mit Rot, dann steigerst Du das Blau bis zur unerträglichen Trauer, und das versöhnende Gelb, die Komplementärfarbe zu Violett, wird unerläßlich. […] Mischst Du Rot und Gelb zu Orange, so gibst Du dem passiven und weiblichen Gelb eine megärenhafte, sinnliche Gewalt, daß das kühle, geistige Blau wiederum unerläßlich wird, der Mann, und zwar stellt sich das Blau sofort und automatisch neben Orange, die Farben lieben sich. Blau und Orange, ein durchaus festlicher Klang. Mischst Du nun aber Blau und Gelb zu Grün, so weckst Du Rot, die Materie, die Erde, zum Leben.

Franz Marc, „Franz Marc, August Macke: Briefwechsel“

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3 Gedanken zu “Über die Landschaft warf er einen blauen Schatten.

  1. eine spannende Art die Farben zu betrachten und zueinander in Beziehung zu setzen, ich habe zwar meine Mühe mit seiner Zuordnung von männlich und weiblich, kann es aber so stehen lassen, besonders gut gefällt mir dieser Gedanke: Blau und Orange, ein durchaus festlicher Klang. Mischst Du nun aber Blau und Gelb zu Grün, so weckst Du Rot, die Materie, die Erde, zum Leben.

    danke dir und herzliche Grüsse
    Ulli

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