Sonett

Wir leben wieder draußen an der Bucht
und Wolken fliegen über uns am Himmel,
es poltert ein ganz heutiger Vesuv
und schüttet Staub herab in diese Gassen,
dass Fensterscheiben klirren in den Häusern.
Auch uns wird diese Asche einst verschütten.

Wie gern würd ich in dieser schwarzen Stunde
mit einer Straßenbahn zum Stadtrand fahren
und in dein Haus eintreten,
wenn dann in Hunderten von Jahren
Ausgräber unser Viertel offenlegen
möchte ich gern dass sie mich wiederfinden
als Teil von Dir für immer, fest umarmt
verschüttet von der neuen Asche.

Joseph Brodsky, „Brief in die Oase“
Hundert Gedichte, aus dem Russischen übertragen von Ralph Dutli

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6 Gedanken zu “Sonett

    1. Es waren ein Bild und ein Gedicht, die trafen sich zufällig unterwegs. Als sie schon aneinander vorbei waren, drehten sich beide noch einmal nach dem jeweils anderen um. So ungefähr.

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