Autoportraits

Was ein Selbstportrait eigentlich sei, fragt sich Bernard Plossu in seinem Buch Autoportraits 1963-2012. Ein echtes Erinnerungsstück an einen bestimmten Moment in der Zeit oder nicht mehr als ein eitles Souvenir aus ihrem unerbittlichen Lauf, der nur ein Ziel kennt: das Ende. Um sich dem zu stellen, braucht es sowohl Nähe als auch Distanz zum Ich. Nicht zu vergessen eine Prise Selbstironie. Oder, um es mit Jean Cocteau zu sagen: „Die Spiegel täten gut daran, sich ein wenig zu besinnen, ehe sie die Bilder zurückwerfen.“

Für einen 18jährigen ist das jedenfalls ein beachtliches Selbstportrait, wie ich finde, während Dieter Appelt mit 42 natürlich ganz anders an die Sache rangeht.

Advertisements

16 Gedanken zu “Autoportraits

  1. Mit zunehmendem Alter wird allein der Blick in den Spiegel zu einem kritischen Suchen nach Veränderung und nach Vertrautem. Ein Selbstportät gerät an manchen Tagen zur Mutprobe.
    Ich habe ein Faible für Selbstprträts (anderer). Das rechte, von Dieter Appelt, gefällt mir besonders gut- es ist so schön selbstironisch.

  2. Spieglein, Spieglein. Schneewittchens Stiefmutter hätte den Spiegel zerschlagen sollen, als es noch Zeit war ….. Was mich angeht: die Spiegel haben abgedankt und stehen, auch sie in Würde gealtert, im Schlummerkämmerchen.

    1. Schneewittchens Stiefmutter lehrt uns, dass es den Blick in den Spiegel auszuhalten gilt, insbesondere dann, wenn wir sein Urteil nicht mehr als schmeichelhaft empfinden. Natürlich nicht ohne den ein oder anderen blinden Fleck an der richtigen Stelle, Stichwort in Würde altern..;-)

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s