Don’t be afraid. There’s the two of us now.

Wenn es eine Form des Zurückschauens gibt, die uns nicht von vornherein vom Gegenstand der Betrachtung trennt, die Trennung vom Anderen nicht für immer festlegt, dann diese: den Akt des Zurückschauens selbst zum Gegenstand der Arbeit werden zu lassen. (…) Nur der Anfang der zu erinnernden Zeit wäre ein Endpunkt; Gegenwart und Zukunft nicht mehr vom Vergangenen Trennbares.

Christine Frisinghelli, „Dem fernen Betrachter“ in „Mémoires, 1983“ von Seiichi Furuya

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3 Gedanken zu “Don’t be afraid. There’s the two of us now.

  1. Äußerst interessant. V.a. das rote Bild gefällt mir sehr gut dazu, mit der Unschärfe.
    Das kannst du, sofern ich das korrekt verstehe, erleben und üben, wenn du in einer klaren Nacht in den Sternenhimmel schaust. Am besten du bist alleine, nicht mal Musik.
    Erst mal die Umgebung abtasten, wenn du zwischen Häusern wohnst, dann siehst du ein paar erleuchtete Fenster, dahinter spielt sich vielleicht das Leben ab: Liebe, Streit, Langeweile, Lachen, Weinen. Essen, Schlafen, Trinken, Lernen, Leben und Sterben. Vieles mehr.
    Du hörst ein Auto vorbeifahren, in der Ferne, in der Nähe, vielleicht eine Autotür zuschlagen. Du stehst in deinem Garten im Dunkeln. Niemand sieht dich, du bist im Jetzt und im Hier. Dann der Blick nach oben, zur Andormeda-Galaxie meinetwegen: xxx.astropict.files.wordpress.com/2014/09/m31-andromeda.jpg
    Das hier und jetzt wird ausgeblendet, was du siehst ist der Endpunkt, vor 2,5 Millionen Jahren. Da gab es auf der Erde vielleicht ein paar Affenarten und einige Fische. Du siehst den Endpunkt, oder ist der Endpunkt der Anfangspunkt? Alles was zwischen dir und der Andromedagalaxie ist, verschmilzt zu einer Einheit. Es gibt nur dich und die Galaxie, und das nicht zu sehende Seil der Zeit das euch verbindet. Du weisst nicht wie diese Galaxie heute aussieht, was sie erlebt hat, wieviele Sterngeburten. Planeten, Zivilisationen, und Sternentode. Für die Galaxie bist du ein Moment in der Ferne, ein ferner Betrachter in deiner Gegenwart, in ihrer Zukunft, unwichtig und unbedeutend.
    Alles verschwimmt und gibt doch Sinn zusammen. Du kannst nach der Galaxie greifen und sie herziehen, die Zeit ein wenig komprimieren. Deine Gedanken beginnen um andere Dinge auf dem Zeitseil zu kreisen, überraschende Dinge. Geh erst wieder ins Haus, wenn du zu Ende gedacht hast.
    * * *
    Nunja. Ich les es jetzt nicht mehr durch sonst erschrecke ich noch selbst… 😉
    Dir eine gute Woche!

    1. Du hast den Gedanken vermutlich konsequent zu Ende gedacht, Autopict. Das Zitat bezieht sich auf Furuyas Arbeit. Die Bilder, die er Zeit ihres Lebens von seiner Frau gemacht hatte, begann er nach ihrem Suizid in immer neuen Variationen zu sortieren. Eine langjährige Trauerarbeit sozusagen. Mit dem letzten Bildband „Mémoires“ wollte er damit aufhören. Nicht die Fragen sind ihm ausgegangen, sondern er hat keine Antworten auf sie gefunden. Dein Kommentar brachte mich zu der Überlegung, dass Fragen manchmal zu kurzsichtig sind und man Antworten vielleicht nur erhält, wenn man über das, was persönliches Schicksal ist, hinweg zu blicken vermag. Wenn man sich aus so einer Schleife, die einen gefangen hält, herauslöst. Aber Andromeda kann einem schon Angst machen, wenn man sich da hinausbegibt..;-)

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