Im Café der verlorenen Jugend

Paolo Roversi, "Théatre" (Paris, 1998)
Paolo Roversi, „Théatre“ (Paris, 1998)

Ich ließ mich von einem Rausch überwältigen, den Alkohol oder Schnee mir niemals verschafft hätten… Später habe ich den gleichen Rausch immer dann verspürt, wenn ich die Brücken zu jemandem abbrach. Ich war nur dann wirklich ich selbst, wenn ich ausriss. Meine einzigen guten Erinnerungen sind Erinnerungen an Flucht und Weglaufen…

Und dann ist das Leben weitergegangen, mit seinen Höhen und Tiefen. An einem trübseligen Tag habe ich auf dem Einband eines Buches, das Guy de Vere mir geliehen hatte: „Louise du Néant“, mit Kugelschreiber den Vornamen durch meinen eigenen ersetzt: Jacqueline du Néant, Jacqueline aus dem Nichts.

Patrick Modiano, „Im Café der verlorenen Jugend“

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6 Gedanken zu “Im Café der verlorenen Jugend

  1. Beziehungen werden im Lauf der Zeit immer trauriger, oft auch trister,
    und wenn sie denn mal vorbei sind, dann hält sich dieser Zustand sehr oft sehr lang…

    Liebe Grüße
    vom Lu

    1. Vielen Dank für Deinen Kommentar! Äußerlich betrachtet passiert ja auch nicht viel. Modianos Markenzeichen scheint eben das Vage, wenig Greifbare in allen möglichen Variationen zu sein. Ich mag das sehr. Wie Musik, irgendwie.

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