In eigener Sache

Ernst Haas, "Ohne Titel"
Ernst Haas, „Ohne Titel“

Das Netz ist für mich zu einem wesentlichen Teil ein Internet der Bilder. Dessen Flut schlägt manchmal über meinem Kopf zusammen wie ein Tsunami. In letzter Zeit war ich etliche Male kurz davor, mein Blog zu schließen. Weil ich nicht mehr wusste, ob ich damit lediglich eine Lücke fülle oder aufreiße. Der Mangel an kulturellem Leben in der kleinen Stadt, in der ich nun schon so lange gestrandet bin, erzeugt viel zu oft eine Art von Langeweile, die mich in die Flucht schlägt und in die Fänge des Netzes treibt, wo das Leben der anderen mir um vieles interessanter erscheint als mein eigenes. Ich frage mich, ob der Verlust an Realität, der damit einher geht, nicht schwerer wiegt als der Ausgleich, den ich mir damit für fehlendes eigenes Erleben schaffe. Ein Kommentar von Iris erinnerte mich an das englische Window = Windauge und daran, dass in vielen Kulturen früher beim Tod eines Menschen die Fenster geöffnet wurden, um die Seele nicht am Entweichen zu hindern. Ein Grund, weshalb Fenster auch Fluglöcher der Seele genannt wurden. Ein schönes Bild. In diesem Zusammenhang begegnete mir die Aufnahme eines niederländischen Fotografen, ein echtes Windauge, an dem ich mich heute gar nicht satt sehen konnte und zu dem mir eines meiner Lieblingsstücke nun auch nicht mehr aus dem Kopf geht: Am Fenster… Für das Stück siehe hier. Für das erwähnte Foto siehe den nachfolgenden Beitrag. Wer mag.

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45 Gedanken zu “In eigener Sache

  1. Reklame

    Wohin aber gehen wir
    ohne sorge sei ohne sorge
    wenn es dunkel und wenn es kalt wird
    sei ohne sorge
    aber
    mit musik
    was sollen wir tun
    heiter und mit musik
    und denken
    heiter
    angesichts eines Endes
    mit musik
    und wohin tragen wir
    am besten
    unsre Fragen und den Schauer aller Jahre
    in die Traumwäscherei ohne sorge sei ohne sorge
    was aber geschieht
    am besten
    wenn Totenstille

    eintritt

    Ingeborg Bachmann

  2. Die aufgeworfene Frage, was schwerer wiegt, kann wohl nur jede(r) für sich beantworten. Aber beantworten kann ich eine andere Frage, die du gar nicht gestellt hast: Die Bilder, die du hier zeigst, und deine Gedanken dazu empfinde ich oft als große Bereicherung. Die beiden Fenster gehören unbedingt dazu.

  3. Es freut mich, dass ich dich inspirieren konnte. Das Internet betrachte ich für mich auch als eine Art Fenster, das es mir ermöglicht, Kunst – in meinem Fall besonders Literatur – ohne diesen intellektuellen Germanistenfilter anschauen zu dürfen. In gewisser Weise naiv, ohne Fachexpertin zu sein und auch nich in pädagogischer Postion vor einer Klasse zu stehen. 2012 hatte ich eine intensive Blogphase, daher auch die eigene Domain, bis ich aus privaten Gründen verstummte. Jetzt versuche ich für mich wieder reinzufinden, weil ich den Eindruck habe, das wieder zu brauchen, diese „Flut, die über mir zusammenschlägt“. Auch wenn es schwierig ist, die Perlen herauszupicken und – wieder – meine eigene Stimme zu finden im Netz.

    In meinen zwei blogfreien Jahren hatte ich viel nachgedacht darüber, dass mir mein reales Leben doch ausreichen müsste und dass es unecht wäre, wen ich mich das, was ich trotz städtischem Umfeld, vermisse, im Internet hole. Ich glaube, das ist ein Fehlschluss. Natürlich versuche auch ich eine Lücke zu stopfen, dies geht nur behelfsmässig, aber es ist klar eine Bereicherung. In diesen blogfreien Jahren habe ich mich selten so intensiv mit Literatur und Kunst befasst, wie zur Zeit, als ich noch Bloggerin war. Das Gegenüber, das nicht gleich alles in wohlgeformte Theorieschubladen steckt, fehlte mir zu sehr.

    Blogs sind für mich durchaus eine Bereicherung, deines gehört für mich seit kurzer Zeit auch dazu. 😉

    1. Vielen Dank für Deine differenzierte Antwort, Iris. Eine solche blogfreie Zeit habe ich auch schon hinter mir. In diesen eineinhalb Jahren ist dann allerdings so viel geschehen, dass ich schlichtweg nicht dazu kam, das Bloggen zu vermissen. Insofern kann ich mich nicht auf sie beziehen. Was ich bestätigen kann ist die Tatsache, dass ich mich ohne die Möglichkeit des Bloggens vermutlich nie so intensiv mit der Fotografie beschäftigt hätte. Und dann würde ich wahrscheinlich etwas vermissen, von dem ich gar nicht wüsste, was es eigentlich ist. Dir wünsche ich, dass Deine Stimme viele Zuhörer bzw. Zuhörerinnen findet! Ich werde ihr weiterhin lauschen.

  4. Ich sehe mir sehr gerne die ganzen Bilder an, die du für uns hervorholst.- Es sind immer besondere Bilder.- Aber auch ich muß aufpassen, daß mich die Internet-Bilderwelt nicht erschlägt und ich brauche immer wieder Auszeiten. LG Roswitha

    1. Lieben Dank, Roswitha! Ich denke, ich sollte mir auch öfter mal die eine oder andere Auszeit schaffen, die Waage zwischen den Realitäten im Gleichgewicht halten. Der vielbeschworene goldene Mittelweg eben…

  5. Vielleicht ist es so: Ich habe dich hier vermisst, noch bevor ich mit deinem wunderbaren Blog Bekanntschaft schloß. Da ich zu wenig von dir weiß, nehme ich das, was du mir hier zeigst als Wink, als Spur. Eine Spur, der ich auch in Zukunft folgen möchte, wenn du es zulässt. Zu-lassen ist noch kein offenes Fenster, trotzdem ………

    1. Vielen Dank, Achim, Deine Zeilen bedeuten mir viel. Sie erinnern mich an ein Gespräch, eigentlich einen Disput, den ich dereinst mit meinem verstorbenen Lebensgefährten hatte, in dem ich wortwörtlich äußerte „Ich veröffentliche ja hier nichts Persönliches“, woraufhin er antwortete: „Für mich ist alles persönlich, was du postest.“ Du scheinst mir ein guter Fährtenleser zu sein… das Blut im Schuh, die Spuren im Schnee… danke auch dafür!

  6. Ein interessanter Beitrag, den ich sehr wohl nachvollziehen kann. Ich lebe selbst relativ unauffällig etwas abseits des großen Trubels. Kulturelle Vorhaben sind meist mit gewissem Aufwand verbunden, das Auto ist dabei behilflich. Arbeit, Familie, Freizeit, Bloggen. Ein Hamsterrad. Ich blogge nun noch nicht einmal 2 Jahre, davor war Bloggen aus meiner Sicht ein Nogo. Und tatsächlich, die Blogwelt ist groß und irgendwie real und spannend, aber wenn der Strom weg ist, ist sie tot. Ich habe viele, zu viele Hobbies, als dass ich allen in Perfektion nachgehen kann.
    Aber eines kann die Bloggerei nicht, sie kann mir nicht die physischen Schmerzen und gleichzeitig Freude bereiten, wenn ich bei km 42 das Ziel eines Marathonlaufes vor Augen habe, sie kann mir nicht die einsame Nacht unter dem kalten Sternenhimmel simulieren, zu welchem ich aufschaue und die Sternbilder und vielleicht mein Leben zu entschlüsseln versuche während ich in der Ferne die beleuchteten Fenster der Stadt sehe und sie kann mir nicht den Moment geben, zu welchem ich vielleicht im Matsch knie um eine kleine Spinne mit 7 Beinen beim Klettern über ein Ästchen zu verfolgen. Und sie kann mir nicht das Wummern im Bauch und das Siegesgefühl geben, wenn ich nach 3 Stunden Fahrt für ein Radiohead Konzert lautstark Paranoid Android über mich ergehen lassen und erst um 3 am Morgen wieder im Bett liege. Ich gebe das gerne in die Blogwelt ein und es strengt mich zuweilen sehr an.
    Der umgekehrte Weg, ich sauge die Blogwelt in mich auf. lasse mich berieseln, und recherchiere von Zeit zu Zeit nach, lerne neue Musik, interessante Orte oder Fotografen kennen, beschäftige mich mit Themen, mit denen ich mich sonst nicht beschäftigt hätte. Vielleicht. Dennoch ist diese Welt von außen gesteuert. Aber das ist sie ohnehin. Was ist denn von dem was ich tue, noch selbst gesteuert, also in kompletter Freiheit? Keine Ahnung, aber das strengt mich noch mehr an.

    Ich habe in diesem Jahr begonnen, Blogpausen einzulegen, Tage, oder Wochen. Das tat gut, ich konnte wieder zu mir selbst finden, es dauert aber jeweils 2-3 Tage, bis ich loslassen kann. Erst ab vielleicht einer Woche fühle ich mich dann auch irgendwie befreit und habe in meiner Freizeit auch wieder Möglichkeiten die ich ausschöpfen kann, die ich aber zuvor nicht realisiert habe. Die Blogwelt will ständig etwas, man ist immerfort am reagieren und weniger am agieren, das ist das grundsätzliche Problem, und es lässt selten nach, solange man aktiv ist. Und wird suggeriert, wir könnten steuern.
    Wenn man phasenweise täglich bloggt, kostet das eine enorme Zeit am Rechner, Texte verfassen, Bilder nochmals nachbearbeiten, sich damit auseinandersetzen. Zeit, Zeit, Zeit. Und manchmal bleibt die Auseinandersetzung auf der Strecke, auch dann ist eine Pause hilfreich. Genausowenig wie man nur konsumieren will in der Billig-Schnell-Blogmall will man sich doch die Rosinen rauspicken, vielleicht auch zu diesen zählen.

    In meiner letzten Blogpause war ich dicht davor, das Handtuch zu werfen, aber mein kleiner paralleler Astroblog hat mich dann doch irgendwie motiviert, weiter zu machen. Mein Laufblog ruht derzeit, aber ich denke über etwas zur Musik nach, bzw. das Konzept steht, ist aber noch auf privat. Spätestens zu Weihnachten geh ich aber wieder runter vom Gas und zum Jahreswechsel muss ich mal nachdenken wie es weitergeht. Im Moment habe ich ein Szenario, das ich mir gut vorstellen kann, das aber schon eine kleine Veränderung mit sich bringt. Schaun wir mal.

    Ob ich deinen Blog mag oder nicht (du kannst es dir denken), ist aber wenig relevant für dich. Wichtig ist doch, ob der Verlust an Realität real zu begreifen ist und ob es zu einem Zeitpunkt X nicht zu spät ist, denn dann hast du wieder (nur) reagiert. Reagieren heißt manchmal zu langsam zu sein.

    So, und jetzt zieh ich mir nochmal die neue Floyd rein, City muss warten.
    LG.

    1. Ich danke Dir vielmals für Deinen ausführlichen Kommentar, Autopict. Über solche Blogpausen denke ich in der Tat nach. Oder das Bloggen während der Woche sein zu lassen. Es sollte nicht zur Überforderung beitragen, was es derzeit immer wieder tut, sondern im Gegenteil, ein Gegengewicht schaffen zu Alltag und Arbeit. Ich weiß noch nicht genau, wie und ob sich das überhaupt verwirklichen lässt. Jedenfalls weiß ich genau, wovon Du sprichst, wenn Du die Anstrengung erwähnst, die das alles kostet. Womit ich die anregenden Aspekte nicht in Abrede stellen will. Wenn es die nicht gäbe, täte sich der Konflikt für mich in dieser Form gar nicht auf. Deine Erwähnung eines Musikblogs, zum Beispiel… was bin ich da schon wieder gespannt!

      1. Das hatte ich mir auch schon überlegt mit den Wochenende, funktioniert bei mir aber nicht. Wenn dann das Wochenende da ist, hat man doch auch irgendwie immer Programm. Vielleicht ists jetzt im Winter ein wenig besser, weniger unterwegs und so.
        Hinzu kommt, dass man ja dann doch mal nachschaut was der eine oder die andere so macht und schwupp, schon ist man wieder dabei. Weil in det Tat, uninteressant ist vieles nicht.
        Ja, meine Musik und der Blog, schwierig. Braucht man den überhaupt? Ausführliches kann man bei den bekannten online-Verkäufern nachlesen, oder in wiki.
        Und die meisten Musikblogs sind doch irgendwie sehr begrenzt, wenn man das mal von außen betrachtet. Das ist bei mir nicht anders. Die neuen Platten die reinkommen, sind auch überschaubar und mein Geschreibsel ist auch etwas stolperig, aber das stört mich weniger. Vermutlich müssten mehrere Menschen an solch einem Blog arbeiten, dann wird das Ergebnis etwas vielfältiger. Ich sag dann Bescheid, wenn ich soweit bin… 😉

        1. Womit Du auch wieder recht hast (Wochenende und so…). Aber ich habe schon gemerkt, dass ich mit einem zeitlichen Limit, in welcher Form auch immer, am besten fahre. Ansonsten laufe ich Gefahr, in den unendlichen Maschen des Netzes hängenzubleiben. Trotzdem bitte ich darum, Bescheid zu geben, wenn Du mit Deinem Musikblog soweit bist. Die Kapazität für ein Abo habe ich noch frei..;-) – Die Frage, ob die Welt das braucht, was wir hier machen, sollten wir uns – eigentlich – besser nicht stellen Dann schon eher die nach dem, was uns das, was wir hier tun, gibt…

  7. Iris hat in ihrem Kommentar eigentlich schon alles erwähnt, was auch mir eingefallen ist, insbesondere zu Deinen Bedenken, Gedanken zum Bloggen an sich. Vor ein paar Tagen gerade dachte ich (die auch immer wieder denkt, dass ihr das Bloggen nicht gut tut, sie zu weit von der realen Welt entfernt), dass das Internet mit seinen Blogs mittlerweile das immer weiter schwindende Feuilleton der großen Zeitungen ersetzt. Dort passiert immer weniger wirklich Relevantes, es wird nur dem Mittelmaß gedient. Als Fazit, um bei dem Fensterbild zu bleiben, ist es vielleicht nur eine Frage, wie weit wir das Fenster öffnen, und darum, die Fähigkeit nicht zu verlieren, es – wenn notwendig- auch zu schließen. Und so lange geschlossen zu lassen, bis wir neue Luft brauchen. Wie wichtig mir Dein Blog ist, weißt Du, hoffe ich.

    1. Deine Gedanken, die Du zwischendurch in diesem Zusammenhang auf Deinem Blog geäußert hattest, konnte ich auch so gut nachvollziehen. Und das Fenster ist, glaube ich, ein treffendes Bild. Um auf Deinen letzten Satz zu sprechen zu kommen: Dies beruht auf Gegenseitigkeit…

  8. Beinahe kein Tag an dem ich nicht Dein Blog besuche. Und immer wieder finde ich hier etwas, ein Bild, einen Gedanken, ein Zitat das ich mit in mein Leben nehme.
    Die Gedanken über das Bloggen, die Fänge des Internet, den möglichen Verlust von Realität kenne ich.
    Als ich im Oktober aus der Klinik entlassen wurde dachte ich zunächst, dass ich mich nun ausschließlich dem richtigen Leben zuwenden würde. Aber was soll das sein, das richtige Leben? Wenn sich Menschen begegnen, Gedanken sich entwickeln und Herzblut dabei ist, dann ist das Leben und auch eigenes Erleben, das sich ja nicht nur in physischer Aktion erschöpfen kann.
    Deine geistige Welt ist so reich, Du könntest, davon bin ich überzeugt, in einer Zelle leben und dabei jede Menge erleben und andere mit Deiner großzügigen Art daran teilhaben lassen.
    Ich würde Dich wirklich vermissen, wenn Du nicht hier wärst.

    1. Ach, Tikerscherk… meine Faszination für das Leben in einer Zelle (im weiteren Sinne) kommt wohl nicht von ungefähr. In der Literatur gibt es dafür ganz konkrete, unter die Haut gehende Beispiele. Kennst Du „Die Wand“ von Marlen Haushofer? Ich glaube, das könnte Dir gefallen. Oder ihr Kindheitsroman „Himmel, der nirgendwo endet“. Zwei meiner absoluten Lieblingsbücher, die ich immer wieder lese. Aber das nur nebenbei. Ich danke Dir von ganzem Herzen für Deine Worte, die mir auch unter die Haut gegangen sind. In meiner Zelle müsste es letzten Endes dann doch W-Lan geben, sonst würde ich definitiv verrückt werden, die Crux an der ganzen Sache ist also durchaus komplex, wobei Du die schönen und guten Seiten des Netzes in diesem Zusammenhang zutreffend formuliert hast. Nicht zu vergessen die Aussicht auf einen physisch aktiven Cappuccino..;-)

      1. Ich habe den Roman „Die Wand“ vor langer Zeit gelesen. Er hat mich damals ziemlich fertig gemacht. Alleine zu sein ist schön, wenn es eine Wahl gibt, wenn die Tür zu jedem Zeitpunkt offen steht, und die freiwillige Klausur der Findung des Selbst dient. Die erzwungene Einsamkeit erscheint mir unerträglich zus sein, bis heute.
        Das Internet in der Zelle ist das Tor zur Welt.

  9. …nicht so viel über das entweder – oder nachdenken, finde ich, sondern einfach einen guten mix für sich selbst fixieren, was rl und vl angeht, das schafft glück und erhält die freiheit…

  10. Ich habe ein Weilchen darüber nachgedacht, was du hier geschrieben hast. Tikerscherks Antwort ist sehr schön, ich möchte alles, was sie schreibt, unterstreichen. Und ich verstehe das Problem der Lücke, auch wenn ich seltener blogge und nicht sehr vielen anderen Blogs folge, auf die ich reagieren muss/möchte. Ich habe dieses Problem eher generell mit dem Internet und hadere sehr oft damit. Mit dieser Lücke muss man sich auseinandersetzen. Aber du fliehst ja nicht in eine Welt der Aphorismen und Tierbabyfotos, sondern du machst Kunst. So sehe ich deinen Blog, der in dieser Hinsicht wirklich einzigartig ist. Die von dir gefundenen Bilder und Textstücke sind nie trivial und bilden durch deine sehr subtile und kluge Zusammenführung ein neues Kunstwerk. Du hast hier eine Welt erschaffen, die ganz augenscheinlich für einige Menschen eine Quelle der Inspiration ist. Und wenn du etwas Persönliches schreibst, dann hat das immer eine Tiefe, die ich sehr bereichernd und berührend finde. In diesem Sinne hoffe ich, dass die Lücken dir weniger Sorgen bereiten und das Internet sich bezwingen lässt.

    1. Weißt Du, Asallime, in künstlerischen Dingen habe ich mich immer für vollkommen unbegabt gehalten. Für die Magie der Malerei hat mir am Ende meiner Schulzeit ein Lehrer die Augen geöffnet bei der Besprechung dieses Bildes von Gauguin:
      „Der Geist der Toten wacht“ (Manao Tupapau)
      Aber sobald ich selbst einen Pinsel in die Hand genommen habe, begann sich im Kopf ein Gedankenkarussell zu drehen, das jede Kreativität im Keim erstickte.
      Ich habe erst in letzter Zeit begonnen, mit den Bildern, die meinen Blick kreuzen, quasi zu puzzeln und dabei bemerkt, es geschieht aus dem Bauch heraus, und das verschafft mir eine große Befriedigung.
      Du kannst Dir vielleicht vorstellen, wie sehr ich mich über Deinen Kommentar freue! Vielleicht sollte ich mich mal an analogen Collagen versuchen, das wäre womöglich ein guter Ausgleich zum Virtuellen.
      Die Geister, die wir riefen, wir werden sie nicht mehr los. Wer hätte noch vor wenigen Jahren gedacht, wie schnell das Internet zu einer solch riesenhaften Herausforderung werden würde…

  11. Ich kenne das! Ich halte mich nicht nur für künstlerisch völlig unbegabt, sondern ich bin es tatsächlich, und habe mich im Studium (wo ich Kunst im Nebenfach belegen musste) mit viel Theorie und einigen Collagen über Wasser gehalten. Aber ich bin ohnehin kein allzu visueller Mensch, auch wenn ich die Kunst sehr liebe. Das ist bei dir anders! In einem Bereich, den man liebt, eine Art Blockade zu empfinden ist schrecklich… das unterstreicht doch noch einmal mehr, wie wichtig dein Blog ist, der dir aus dieser Blockade geholfen hat, so wie es meiner beim Schreiben getan hat.
    Das Gemälde von Gauguin ist wundervoll, zu gern wüsste ich aber, warum gerade dieses Bild.

    1. Ja, das wüsste ich auch gerne, liebe Asal… vermutlich erschien mir dieses Bild wie eine Vision. Mein Vater war zu dem Zeitpunkt eine Art Leiche in meinem Keller, darüber hinaus aber gab es noch keine realen Toten in meinem Leben. Nachdem ich „Stöckchenhausen“ gestern wieder gelesen hatte, durfte ich übrigens feststellen, dass es mir heute, fast zwei Jahre nach dem Tod meines Lebensgefährten, schon besser geht. Darüber hinaus fiel mir dieser Eintrag ein, der vielleicht irgendwie mit Deinem über Octavia korrespondiert. Obwohl ich ungern Reklame in eigener Sache mache, hinterlasse ich an dieser Stelle einfach mal den Link: https://pagophila.wordpress.com/2013/11/16/thicker-than-raindrops-on-november-thorn/ Womöglich schreibe ich sogar noch etwas zu Deinem „Susan, verzweifelt gesucht“. Jedenfalls beschäftigt mich dieser ganze Themenkomplex inzwischen sehr. Und ich will Dir auch gerne sagen, wie anregend dieser fernmündliche Dialog mit Dir in den letzten Tagen für mich war..:-)

      1. Für mich auch! Und ich freue mich über den Hinweis und lese den Text sehr gern… und bleibe dir hier eine ausführlichere Antwort schuldig. Wir fliegen morgen, ich bin also dementsprechend aufgeregt und beschäftigt. Vor allem geben wir Molly jetzt bei ihrer temporären Pflegerin ab und sind ein wenig betrübt. Bis bald, liebe Pagophila!

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