Wie dahinkommen

Weiß die Oktoberluft, kein Schnee, atmen ist leicht
unter diesem Himmel, Lügen, Lügen überall die sich winden und keuchen
greifen und verwirren, es ist nicht leicht zu atmen
Lügen bauen ihr Gewebe in trüben Figuren auf
wer verschwindet die Korridore entlang in Westside-Apartments
in den kindlichen Beweis geliebt zu werden, nicht verlassen, entführt
Verrat schiebt Einsamkeit nur auf, ich sehe den Nebel hereinbrechen
und das verhüllen
wo bist du?
ich bin hier auf dem Bürgersteig
unter dem mondähnlichen Lampenlicht denke wie hübsch Moos ist
so einzigartig und grünlich zerdrückbar wenn du es an der Nordseite
der Bäume finden kannst wo der Nebel dich festhält
und dann, in weiche weiße Lügen zerrissen, versprüht er seine Krankheit
in der ersten Nacht eines immerwährenden Winters
der trotzdem Hitze in den Rohrleitungen hat, Westseite und Ostseite
und seine verzwickt speziellen hellen Wege begleitet
vom Läuten des Telefons neben dem irgendeiner schweigend
sitzt und seine eigene Rufnummer verleugnet, nie ausgegeben! namenlos
wie das Geräusch vorbeisausender Schlittenglocken die im ersten Sturm
schrill aufklingen, jetzt schneit es, es ist schon zu spät
der Schnee wird vergehen, aber niemand wird mehr dasein

Polizeiketten für verlogene politische Würdenträger die auch anrufen
die Welt wird zu einem Gekreisch
vom Zeigefinger
bis zu den wüsten leeren Häusern voller Leute, den Echos
ihrer Lügen und dem nebligen Geranke das sich weich um ihre Kehlen legt
jetzt kann der Anruf beantwortet werden, keiner ruft an, es ist nur ein Echo
alle können zugeben zu Hause zu sein und zu warten, alles ist gleich
und wir steigen auf in den klaren Himmel entzückt über
unsere Enttäuschung nie wieder allein zu sein
nie geliebt zu sein
und segeln durch den Weltraum: hab ich dich nicht einmal für mich gehabt? Westseite?
für ein paar Stunden, aber ich bin nicht diese Person

Frank O’Hara (Oktober 1960)

Übersetzung Rolf Dieter Brinkmann

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