Die Wellen

…Sie haben mich allein gelassen, damit ich die Lösung finde. Die Zahlen bedeuten jetzt nichts. Die Bedeutung ist verschwunden. Die Uhr tickt. Die beiden Zeiger sind Konvois, die durch eine Wüste marschieren. Die schwarzen Striche auf dem Zifferblatt sind grüne Oasen. Der große Zeiger ist vorausmarschiert, um Wasser zu suchen. Der andere stolpert qualvoll zwischen den heißen Steinen in der Wüste weiter. Er wird in der Wüste sterben. Die Küchentür knallt zu. Wilde Hunde bellen weit weg. Schau, die Schlinge der Zahl beginnt, sich mit Zeit zu füllen; sie enthält die Welt. Ich fange an, eine Zahl zu malen, und die Welt ist in sie geschlungen, und ich bin außerhalb der Schlinge, die ich nun verknüpfe – so – und versiegle und vervollständige. Die Welt ist vollständig, und ich bin draußen und rufe, „Oh rettet mich davor, auf immer aus der Schlinge der Zeit hinausgeweht zu werden!“

Virginia Woolf, „Die Wellen“

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3 Gedanken zu “Die Wellen

  1. Gerade eben anlässlich eines Gesprächs virtuell in Monk´s House gewesen. Und jetzt gleich raus auf literarischen Spuren wandeln.
    Insofern passt das alles aufs Feinste zusammen – – –
    Aktivgespannte Grüsse aus der grossartigen Stadt am Main

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