Astern

Astern – schwälende Tage,
alte Beschwörung, Bann,
die Götter halten die Waage
eine zögernde Stunde an.

Noch einmal die goldenen Herden
der Himmel, das Licht, der Flor,
was brütet das alte Werden
unter den sterbenden Flügeln vor?

Noch einmal das Ersehnte,
den Rausch, der Rosen Du −
der Sommer stand und lehnte
und sah den Schwalben zu,

noch einmal ein Vermuten,
wo längst Gewißheit wacht:
die Schwalben streifen die Fluten
und trinken Fahrt und Nacht.

Gottfried Benn

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10 Gedanken zu “Astern

    1. Wenn er es wirklich nicht tat, dann sicher nicht ohne Sehnsucht und ohne darunter zu leiden. Und beides, sowohl dieser Unglaube als auch seine geistige Schärfe korrespondieren wohl mit dem Pathologen Benn. Faszinierend.

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