Kohlmeise & Kopfsteher

Leider können wir nirgends eine mittelalterliche Deutung der Kohlmeise finden. Die Meise berührt mit ihrem Schwanz die obere Hälfte der Muschel und verbindet so die Gruppe des Muschelträgers mit der Gruppe der Distel. Ihr Schnabel deutet direkt auf einen Dorn der Distel – wehrt sie das Böse ab, oder ist sie davon angezogen? Völlig unklar ist, warum die Meise verkehrt herum an der Distel hängt. In gewisser Weise wiederholt sich damit in der Meise der Kopfsteher.

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9 Gedanken zu “Kohlmeise & Kopfsteher

  1. Vielleicht hätte die Seminaristen statt in Bücher einfach mal aus dem Fenster gucken sollen: Die Kohlmeise hängt meistens kopfüber an den Zweigen. Vielleicht.

    1. …und Bosch würde sich wahrscheinlich eins ins Malerfäustchen lachen ob der geistigen Verrenkungen, die wir anstellen, um die Ergüsse seiner Phantasie bis in die letzte Kohlmeise zu deuten..:-D

      1. Bei derartigen Beispielen fällt mir jedes Mal die Anekdote aus Eckermanns Gesprächen mit Goethe ein. Eckermann fragte Goete nach einer bis heute bekannten Textstelle aus dem Werk. Goethe erinnerte sich zwar an die Textstelle, konnte aber keinesfalls mehr sagen, was er sich bei der Niederschrift gedacht habe.
        Es ist schade, dass von vielen Künstlern nicht bekannt, was ihnen bei den Schaffensprozessen ihre Werke so alles durch den Kopf gegangen ist…
        Viele Anspielungen würden wir kennenlernen und viele Wissenschaftler wären ihre Spekulationsjobs los 😉
        Dunkelgrauwolkenaufziehende Gewittergrüsse vom Schwarzen Berg

  2. Da sind ja in der Summe viele Vögel zu sehen, vielleicht hat die Kohlmeise ja keine spezielle Bedeutung.
    Vielleicht auch dass sie die Welt umdreht.
    Ok, ich hab keine Ahnung. Aber interessant ist das dennoch….

    1. Willkommen zurück, Autopict! Der Gedanke von der umgedrehten Welt gefällt mir. In Boschs Garten der Lüste erscheint ja vieles auf den ersten Blick merkwürdig. Und eine Veränderung der Perspektive lässt die Dinge in einem anderen Licht erscheinen. Wer wüsste das besser als jemand wie Du. Jemand, der fotografiert.

      1. Danke sehr und ja, es geht wieder weiter…!
        Es ist ja so, dass ich mich mit diesen alten Gemälden nicht immer leicht tue, aber mit zunehmendem Alter pirscht man sich doch auch mal näher ran. Und da sind mir dann eben die Vögel aufgefallen. Und bei der Kohlmeise dachte ich dann auch, warum ‚Kohlmeise‘, die ist ja andersrum, da dreht sich was, vielleicht ins Verkehrte, und das lautstark, weil sie so groß scheint. Eine Meise ist doch ein kleiner Vogel, die Kohlmeise aber wiederum die gößte Meise. Und auch anpassungsfähig.
        Der ‚Witz‘ ist ja eigentlich, dass mir das vielleicht nicht aufgefallen wäre, würde ich nicht gerade heute Nachmittag einen Blogbeitrag vorbereiten mit einer ganzen Reihe an Fotos, von welchen ich eines mittendrin tatsächlich auch auf den Kopf gestellt habe.
        Mal sehen, wann ichs fertig habe.
        Mein Arbeitstitel, so viel sei verraten nennt sich ‚Fantasialand‘, vielleicht lass ich den auch. Jedenfalls ist das doch auch ein Garten der Lüste, ein wenig eben vielleicht, oder so….

        Das haben übrigens schon Radiohead gesungen, „Down is the new up“.

        1. Wie die Dinge manchmal zusammen fallen… um so gespannter bin ich jetzt aber auf Deinen Garten der Lüste! Und „Down is the new up“, davon bin ich zutiefst überzeugt..:-)

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