Wider die Natur

Peter Handke erzählt von einem Mann, der von einem Auto angefahren wird. Er fliegt durch die Luft und landet hinter dem Wagen auf beiden Beinen, dann geht er weiter.

Wir gehen weiter. Als ob nichts geschehen wäre?

Nein, etwas hat sich ereignet, etwas hat uns verletzt, aber wir gehen weiter, als ob das nicht der Fall wäre.

Ich konnte nicht viel anderes tun, wir mussten weiterleben, als ob alles normal wäre. Ich schickte die Mädchen wie immer zur Schule, wir aßen zu Abend wie üblich, aber nichts war normal.

Ist das Unglück eine Voraussetzung für das Glück?

Nein, das Glück kommt jäh und unerwartet, es ist eine ganz selbständige, unabhängige Größe, es tritt ein ohne Vorboten, wie ein Naturereignis, ein Regenbogen, eine Sternschnuppe, ein Blitzschlag oder ein Feuer, furchteinflößend und schön, auch das Glück wirft alles über den Haufen.

Tomas Espedal, „Wider die Natur“

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