Elementares Gedicht Nr. 4

Begleiche deine Träume niemals im Mai.
Stell deine Hände einander vor.
Treibe die Flotte aufs Gras und weide sie.
Halt dich von Wangen fern, wenn kein Wind geht.
Gib zwei Schaufeln Erde ins Badewasser hinzu.
Leg dich in einen Katzenschatten.
Sag Mutter: Grüß Vater.
Halte den Vögeln die Ohren zu.
Hüte dich vor dem Hirten.
Verwechsle die Toten nie wieder mit Alpenglühen.
Meide Maische.
Tröste die Flotte, wenn sie weint.
Sag deinem Herz, es sei ein Einzelkind.
Teile dein Reich.
Komme.
Geschehe.

Ulrich Koch

Quelle: Fixpoetry

Eine schöne Besprechung zu „Elementare Gedichte“ daselbst von Elke Engelhardt.

Advertisements

2 Gedanken zu “Elementares Gedicht Nr. 4

  1. Das trifft mitten ins Herz. Und auch sein Satz aus der Preis-Rede 2011: „Denn der größte Schmerz ist die Sprache. Um ihn zu beschreiben, müssten wir hinter den Spiegel schauen können.“

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s