Wind from the Sea

Andrew Wyeth, "Wind from the Sea" (1947)
Andrew Wyeth, „Wind from the Sea“ (1947)
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17 Gedanken zu “Wind from the Sea

  1. Das recht alte Buch mit diesem Bild auf dem Titel habe ich hier: The Art of Andrew Wyeht….Was für ein Zufall, dass ich es, dieses Vorhangwehbild- plötzlich hier sehe!

  2. Das Bild ist ech faszinierend, vor allem weil man sich so gar nicht entscheinden kann ob man nun sich im innenraum aufhält mit der Betrachtung, oder den Blick durch das Fenster in die Ferne schweifen lassen soll. Wundervolle Stimmung in dem Bild!

      1. Ob ich da mal hinkomme? Es ist jedenfalls eines dieser Gemälde, bei denen man sich fragt, wie groß sie sind, wie die Farben auf einen wirken, wenn man vor ihnen steht, was man noch für Nuancen entdeckt. Es ist so ein simples und doch kraftvolles Motiv. Toll!

        1. Ich wünsche es Dir, Asallime! Ich für meinen Teil befürchte, dass ich dieses Bild nie in natura sehen werde. Andere waren mir schon vergönnt, insofern… außerdem bleibt immer noch die Hoffnung auf eine Andrew-Wyeth-Retrospektive dereinst vielleicht sogar in diesem Land.

  3. Sehr ungewöhnlich, hierzulande mit einem Bild von Andrew Wyeth konfrontiert zu werden, obwohl er einer der populärsten amerikanischen Maler ist. Allerdings dabei so ur-amerikanisch, dass er außerhalb der USA größtenteils auf wenig Verständnis trifft, zumal die Welt der Kritiker und Kuratoren sofort Kitschalarm ausrufen, wenn der Name Wyeth fällt. Ein bisschen zu Unrecht, wie ich finde. Immerhin verdanken wir ihm eines der herausragenden Bilder der amerikanischen Malerei des 20.Jahrhunderts, das in der New Yorker „MOMA“ einen Ehrenplatz behauptet. Das 1948 gemalte Bild „Christinas World“. Ein Bild, das seltsam berührt und irritiert, und das, wenn man so will, ein Gegenstück zu der idealisierten „amerikanischen Traum“ Idylle eines Norman Rockwell ist. Während bei Rockwell ein rotbäckiger Santa Claus lacht (das Bild kennen alle), zeigt uns Wyeth mit seiner gedämpften Farbpalette eine verarmte ländliche Gegenwelt, aus deren Figurenkabinett ein „Norman Bates“ entspringen könnte, oder eben eine Christina Olson, wie im erwähnten Bild „Christinas World“. Dort erscheint sie, wie ein Wesen aus einer anderen Welt, gelandet in einer weiten Landschaft, einer Wiese und in der Ferne sieht man ein kleines Farmhaus und eine Scheune stehen. Sie sitzt im trockenen Gras der Wiese mit ihren auffallend dünnen Ärmchen, den Blick auf das Farmhaus gerichtet. Eine schöne amerikanische Idylle, so könnte man denken. Aber das, was der Realist Wyeth dem Betrachter zu erzählen hat, geht weit über das Bild hinaus. Die zerbrechliche Christina, die Figur des Bildes, konnte Zeit ihres Lebens nur wenige Schritte selbständig gehen und kriecht auf allen Vieren über die Wiese ihrem Haus entgegen, einen Rollstuhl hat sie nie besessen. Das vermeintlich junge Mädchen das wir sehen, ist, als das Bild gemalt wurde, schon über fünfzig Jahre alt. Ein Bild, das eher einem Film von David Lynch entspringen könnte, als dem amerikanischen Traum. Die besten Bilder liefern die Geschichten hinter den Bildern. Vor und hinter dem Vorhang Deines ausgewählten Bildes von Wyeth lauern ganz andere Bilder, und sie zeigen selten eine „schöne“ ländliche Welt. Eines haben aber alle gemeinsam, sie zeigen ein grandioses handwerkliches Können.
    Danke für die Erinnerung an Wyeth!
    Viele Grüße,
    dm

    1. Lieber dm,

      vielen Dank für diesen schönen Kommentar!

      Vor und hinter dem Vorhang… der Ausschnitt, auf den sich ein Bild reduzieren lässt, mag einfach nur schön sein, ein gutes Bild aber ist durchwirkt von einer für meine Augen unsichtbaren Seele. Der harte Rahmen hier ist für mich auch der Ausdruck einer Beschränkung, die der Wind von der See beim Hereinwehen in den düster und karg anmutenden Raum erfährt. Man sieht ihn nicht, und doch lässt er etwas von der Mühsal des Lebens seiner Bewohner erahnen. Für mich ist das meilenwert von Kitsch entfernt. Und weil Du „Christina’s World“ erwähnst… nach meinem Empfinden müsste dieses Bild in unser kollektives Unbewusstsein eingegangen sein wie Hoppers „Nighthawks“. Zwei Bilder, die unterschiedlicher nicht sein könnten und doch…

      Du hast „Christina’s World“ so intensiv beschrieben, und es zählt zu den Bildern, die ich tatsächlich schon in natura gesehen habe, da möchte ich es natürlich auch gerne in meine virtuelle Sammelmappe legen. Hast Du etwas dagegen, wenn ich es mit Deinem Kommentar bereichere? Gäbe es eine Reblog-Funktion für Kommentare, hätte ich es längst getan..;-)

      Einen schönen Sonntag Dir und mb und herzliche Grüße!

      1. Ich danke Dir, liebe Pagophila, für die Inspiration, mir mal wieder ein paar Gedanken über Wyeth zu machen.
        Nighthawks und Cristinas World sind zwar tatsächlich sehr unterschiedlich, aber letztlich erzählen sie uns ähnliches. Hopper zeigt uns die mitunter erdrückende Einsamkeit von Menschen in der nächtlichen Stadt, während Wyeth seine Gefängnismauern für die Menschen in eine weite Landschaft stellt.
        Herzliche Grüße auch von uns, dm
        Meinen Kommentar kannst Du natürlich verwenden.

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