Absence of Subject

Seit den 20er Jahren bis zu seinem Tod 1964 arbeitete August Sander an seinem Projekt Menschen des 20. Jahrhunderts:

August Sander, "Tochter eines Landwirts" (1919)
August Sander, „Tochter eines Landwirts“ (1919)

Im Gegenzug unterstützte sein Enkel Julian Sander das sieben Jahre währende Projekt des New Yorker Fotografen Michael Somoroff Absence of Subject:

Michael Somoroff, "Farmer's Child" (2007)
Michael Somoroff, „Farmer’s Child“ (2007)

Somoroff äußert sich wie folgt dazu:

What really is our relationship to God or our relationship to being? The answer to that – universally found in all religions – is that we are a part of a whole. In so being, we are an expression of a lack. In essence, ‘Absence of Subject’ is about that lack.

Darüber hinaus wäre es ohne die Arbeit August Sanders undenkbar.

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19 Gedanken zu “Absence of Subject

    1. Du warst zu schnell..;-) – Gefiel Dir der Konditor besser? Seine Präsenz bzw. Abwesenheit hatten vielleicht eine stärkere Wirkung, aber letzten Endes war mir das Mädchen am Gartentor näher.

      1. Ich habe diesen Post von dir auf Facebook verlinkt und ein Freund, der Fotos sammelt und Film- und Kunstkritiker ist, fühlte sich an Martin Arnold erinnert: https://www.youtube.com/watch?v=bE_vd6XkEi0
        Es mag ähnlich sein, allerdings sprechen mich die Fotos wesentlich mehr an. Ich finde das Mädchen und den Konditor sehr gut, sie rufen andere Gefühle hervor. Aber von der Vergänglichkeit und der Illusion der Fotografie, man könne Vergangenheit festhalten, sprechen sie beide. Und auch davon, was für eine herausragende Arbeit August Sander geliefert hat! Danke dir, dass ich das hier entdecken konnte!

        1. Danke vielmals fürs Verlinken, Asallime. Wenn ich die Arbeit von Arnold richtig verstehe, extrahiert er mit seinen Sequenzen etwas wie die Essenz aus den Geschichten, die die zitierten Filme erzählen. Bei Somoroff dagegen klafft in meinen Augen eine Leerstelle. Den Gegenstand der Geschichte gibt es nicht mehr. Insofern ist das wirklich als Hommage an die Arbeit Sanders zu sehen. Arnold finde ich aber nicht minder interessant. Es braucht nur einen Duschkopf, um die ganze Geschichte von Psycho zu erzählen…

  1. Einer der großen Fotografen des 20. Jahrhunderts, dessen Werk mich schon als Jugendlichen sehr berührt hat, als ich Bildbände mit seinen Fotos in der öffentlichen Bibliothek entdeckte: es ist unglaublich, wie unmittelbar die Bilder von ihm wirken, wie nah einem diese Menschen scheinen, die vor so langer Zeit fotografiert wurden.

    1. Stimmt. Mich faszinieren seine Aufnahmen auch immer wieder. Gleichzeitig erscheint mir das 20. Jahrhundert an sich schon unglaublich weit entfernt. Herzlichen Dank für Deinen Kommentar!

  2. August Sander stammt aus Herdorf. Dort habe ich als junges Kind einige Jahre gelebt- und man sprach von ihm sehr stolz und ehrfürchtig, auch wohl, weil er einen Draht zu den „einfachen“ Leuten hatte…

    1. Ich denke, den musste er auch haben, und vermutlich nicht nur zu den „einfachen“ Leuten, sonst wären ihm nicht diese außergewöhnlichen Aufnahmen gelungen.

      1. ich hatte kürzlich das große Glück einen Fotoband von Sanders Fotografien aus den Linzer Jahren in einem Antiquariat für lächerliche ein Euro zu erstehen. Leider fehlte mir bis heute die Zeit, mich eingehend damit zu beschäftigen. Vielleicht sollte ich ihn einfach Dir schicken. Du machst das immer so wunderbar, besonders dieses Herausfinden von Verbindungslinien, alles wird wieder lebendig, verzweigt sich, dank Deiner Recherche.

    1. Man glaubt es kaum, selbst ein August Sander trickste, wenn auch nur beim Titel..;-) – Danke für den Link, Asallime! Sehr berührend fand ich den letzten Satz von Benjamin. Betrachtet man das Bild im Hinblick auf diesen Satz, ist es wirklich eine Ikone.

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