Malerinnen / Romaine Brooks

Eine schöne Frau malt schöne Frauen. In sämtlichen Nuancen zwischen reinem Weiß und reinem Schwarz. Grau, grau, grau ist alles, was ich liebe… schimmernd, strahlend, so die eigentliche Bedeutung des althochdeutschen grāo dereinst. Die Bilder der Romaine Brooks changieren zwischen Widersprüchen. Ihre Frauen leuchten wie Solitäre auf der Leinwand. Einzigartig einsam oder unabhängig oder beides. Unberührbar in ihrer Strenge und dabei unendlich sanft eingebettet in all die Zwischentöne, die Romaine Brooks mit ihrer unbunten Palette zum Klingen bringt.

Romaine Brooks, "Renata Borgatti Au Piano" (1920)
Romaine Brooks, „Renata Borgatti at the Piano“ (1920)

 

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14 Gedanken zu “Malerinnen / Romaine Brooks

  1. Dass da ein schmalenges Väschen stünde mit einer chinaroten Rose drin, daneben eine mal kurz abgelegte Zigarettenspitze- das ist unvorstellbar, ich tue es dennoch…

    1. Die Gedanken bei der Betrachtung eines Bildes sind zum Glück vollkommen frei. Die chinarote Rose wäre ein Attribut, das die Aussage vermutlich vollkommen verändern würde, eine abgelegte Zigarettenspitze dagegen durchaus vorstellbar…

  2. Jetzt habe ich eine Weile nach anderen Bildern von Renata Borgatti gesucht, um herauszufinden, ob sie wirklich ein so männliches Aussehen hatte. Mir scheint, dass nicht, dass also Romaine Brooks absichtlich die männlichen Züge herausstellen wollte.

      1. Das ist schwer, … auf jeden Fall die Hände. Auch die Frisur, aber dann ist es schon schwierig, die männliche – sagen wir mal: Anmutung in Worte zu fassen. Mein Ausgangspunkt war, dass ich ohne den Text gelesen zu haben spontan gedacht hatte: Da sitzt ja ein Mann am Klavier und dann ziemlich überrascht war.

        1. Ja, die Hände. Hätte ich nur die gesehen, wäre es mir wie Dir gegangen. Ansonsten… das Gesicht und die Aura, die Strenge gepaart mit dieser Hingabe, das sind für mich eher weibliche Attribute.

  3. Ich finde das androgyne im Profil hat etwas von den Porträts Dante Gabriel Rossettis.
    Das klassisch griechische macht wohl das männliche?

    1. Androgyn wirken Rossettis Frauen eigentlich nicht auf mich. Klassisch griechisch schon eher. Wie immer scheint alles im Auge des jeweiligen Betrachters zu liegen…

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