Die drei seltsamsten Wörter

Sag ich das Wort Zukunft,
vergeht seine erste Silbe bereits im Zuvor.

Sag ich das Wort Stille,
vernichte ich sie.

Sag ich das Wort Nichts,
schaffe ich etwas, das in keinem Nichtsein Raum hat.

Wisława Szymborska, aus: „Die Gedichte“ (übersetzt von Karl Dedecius)

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5 Gedanken zu “Die drei seltsamsten Wörter

  1. Ein anregendes Gedicht.
    Eine Herausforderung geradezu sich auf weitere seltsame Wörter zu besinnen. Ganz spontan vielleicht: Pflicht.
    In Pflicht steckt Licht, im Licht das Ich.
    Sonnigschöne Grüsse vom Schwarzen Berg

    1. Vermutlich hängt alles von der Formulierung weiterführender Fragen ab… wieviel Wahrheit steckt im Ich, lässt sie sich ans Licht zerren, was ruft die Pflicht. Ganz spontan geantwortet.

      1. Mir fällt dazu jedesmal die Einzigartigkeit der deutschen Sprache ein. Die vielfältigen kaum auszuschöpfenden Möglichkeiten der Nuancierung im Ausdruck. Apropos Thomas Mann als Eideshelfer in deinem anderen Kommentar in einem anderen Blog. Literaturwissenschaftler lassen ja nichts aus. Forschungen haben ergeben, dass Goethe über einen aktiven Wortschatz von ca. 13.000 Wörtern verfügt haben soll, Thomas immerhin noch 11.000. Der durchschnittliche Abiturient soll angeblich ungefähr 5 bis 6.000 im eigenen Vorrat haben. Verständliche, wenn auch nicht unbedingt unmissverständliche verbale und verschriftete Kommunikation ist in der deutschen Sprache schon mit 6 bis 700 Wörtern möglich…

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