„I don’t feel good.“

Frida Kahlo, "Portrait of (1931)
Frida Kahlo, „Bildnis Luther Burbank“ (1931)

I don’t feel good, waren die letzten Worte von Luther Burbank am 11. April 1926. Unschwer nachvollziehbar. Wer aber war dieser Luther Burbank. Das fragte ich mich natürlich auch, als ich das erste Blatt meines diesjährigen Kalenders aufschlug. Ich war übrigens so frei, mich beim Verkäufer wegen eines Preisnachlasses aufgrund des bereits angebrochenen Neuen Jahres zu erkundigen. Der winkte ab. Wenn überhaupt, werden Kalender erst ab 15. Januar reduziert, die meisten Verlage rufen ihre bis dahin nicht an den Mann oder die Frau gebrachten Exemplare neuerdings jedoch zurück und stampfen sie ein. Same procedure as everywhere. Erwarb ich ihn also zum vollen Preis inklusive Obolus für die Entsorgung des anstehenden Altpapiers. Es ist zum Auswachsen.

Apropos Auswachsen. Abgesehen davon, dass ich ab und an ein scharfes Chili zubereite, werden in meiner Küche derzeit keine Fiestas à la Frida Kahlo gefeiert. Ihr Bildnis Luther Burbank, seines Zeichens US-amerikanischer Pflanzenforscher bzw. -züchter, geboren 1849 und gestorben, wie bereits erwähnt, 1926, ziert die weiße Wand dafür um so mehr. Inspiriert  von Charles Darwin hatte er sich die Pflanzenauslese durch Selektion und das Kreuzen neuer Sorten zur Lebensaufgabe gemacht. Burbanks Arbeit führte 1930 schließlich zur Einführung eines Gesetzes über die Patentierbarkeit von Pflanzensorten.

Wikipedia schreibt:

Luther Burbank war zu seiner Zeit unglaublich populär, ein Star im Bereich der Botanik und Pflanzenzüchtung. Er galt als „Pflanzenzauberer“. Noch heute bedeutet das Verb „to burbank“ so viel wie Verändern und Verbessern von Pflanzen, und die Kartoffelsorte „Burbank“ zählt zu den wichtigsten auf dem US-Markt.

In einem Zeitungsinterview kurz vor seinem Tod ließ Burbank verlauten, er glaube nicht an die Unsterblichkeit der Seele.

Auf ihrem Portrait von 1931 zeigt ihn Frida Kahlo als Hybriden, halb Mensch halb Baum, der in seinem toten Körper wurzelt. The fertilization of life by death… ein Thema, das auch in ihren späteren Bildern immer wieder auftauchen sollte.

Ich schätze mal, Luther Burbank hätte es gefallen.

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5 Gedanken zu “„I don’t feel good.“

  1. Ich liebe diese Recherchen, die wir eigetlich nicht brauchen fürs Überleben, aber dennoch machts Freude und weitet den Horizont. An dieser Stelle nochmals meinen Dank für den Hinweis auf die Fiestas à la Frida Kahlo. Die Rezepte sind bereits wohlbehalten auf dem Schwarzen Berg angekommen, wie mir der Transportista elektropostalisch mitgeteilt hat.
    Abendliche Grüsse aus dem Zweistromland

    1. Du hast es Dir tatsächlich besorgt? Dann bin ich auf die Fiestas im Hause Ärmel gespannt. Sie werden im Blog doch sicher den ein oder anderen Niederschlag finden…

      1. Prinzipiell ganz bestimmt, allein die Beschaffung der einen oder anderen Ingredienz dürfte schwierig sein. Ich hoffe jedenfalls, Rezepte zu finden, die sich realisieren lassen.

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