Ein Spiel und ein Zeitvertreib

„Bedenke aber, daß das Leben in dieser Welt nichts ist als ein Spiel und ein Zeitvertreib…“

Koran, LVII 19

Autun, still wie ein Friedhof. Ziegeldächer, dunkel vom Moos. Das Amphitheater. Der große Platz in der Mitte der Stadt: der Champs des Mars. Jetzt, im Blau des Herbstes, taucht sie wieder auf, diese alte Stadt, im Provinzherbst, der einen im Mark berührt. Der Sommer ist vorbei. Der Garten welkt. Die Morgen werden kühl. Ich bin dreißig, ich bin vierunddreißig – die Jahre verdorren wie gefallene Blätter.

James Salter, „Ein Spiel und ein Zeitvertreib“

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16 Gedanken zu “Ein Spiel und ein Zeitvertreib

    1. Absolut. Auch seine „Lichtjahre“ liegen schon bereit. Er darf mir jetzt nicht ausgehen, weil es genau das ist, was ich momentan brauche. „In der Wand“ hätte ich favorisiert, ist aber leider vergriffen.

  1. Für einen Moment dachte ich, pagofila will mich auf eine zwar sanfte aber nachdrückliche Weise irgendwie überreden, diesen Autor nun doch zur Kenntnis zu nehmen.
    Autun ist eine feine Stadt. Nach einem Rundgang im Tête noire einen schweren Burgunder das Menu begleiten lassen und am nächsten Morgen eine kleine Rundfahrt durch das herbstliche Morvan. Ach…
    Sonntägliche Grüsse vom Schwarzen Berg

    1. Herr Ärmel, nichts liegt mir ferner, als hier irgendjemanden zu was auch immer überreden zu wollen. Jeder nimmt doch bekanntlich nur das wahr, was irgendwie in sein Spektrum passt. Mein Blog erfüllt für mich auch ein bisschen die Funktion einer Timeline. Es freut mich aber, dass Du in diesem Fall an den Ortsnamen anknüpfen konntest. Mehr, wenn überhaupt irgendwas, kann ich doch gar nicht erwarten..;-)

              1. Das Leben ist eine merkwürdige Wiese. Gestern Abend erfuhr ich beiläufig, dass ein Buch sich befände in den Regalen der Dunkelkammer. Geschrieben von James Salter mit dem Titel: Alles was ist. Ich habs mir angesehen späterhin. Warum fehlt, nach meinem Dafürhalten, hinter «Alles» ein Komma?
                Schöne Grüsse vom Schwarzen Berg

                  1. Was mich erneut auf eine meiner Standardfragen zurückwirft: warum finde ich, was ich nicht suche und warum finde ich (hin und wieder jedenfalls) was ich suche eben nicht…
                    Das kann gut sein, nach allem was ich bisher weiss über covermarketingtechnisches Design.
                    Schöne Grüsse vom Schwarzen Berg

                    1. Was das Finden von etwas anbelangt, das ich eigentlich gar nicht gesucht habe, nun, da halte ich es mit Max Frisch und nenne es gerne Zufall.

                      Siehe hier https://pagophila.wordpress.com/2011/06/26/tagebuch-1946-1949-3

                      Im Übrigen passiert es mir oft, dass ich etwas, wonach ich verzweifelt suche, erst finde, wenn ich die Suche aufgegeben habe. Dann fällt es mir plötzlich wie von selbst zu, ja, sticht mir geradezu ins Auge.

                      Was ist das für eine Ausgabe, die Dich da gefunden hat? Meine aus dem Berlin-Verlag schreibt den Titel nämlich korrekt mit Komma.

                    2. Stellvertretend für die illustre Runde und den Digestiv nimm diese Ausrede hin: Es war spät gestern Abend und im Halbdunkel, als man mir das Buch vor die Augen hielt 😉
                      Ausgabe: Berlin Verlag, 2013. Die gleiche also mit dem Komma an der gleichen Stelle.

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