San Michele, Venezia

Ein schwarzer Friedhofskater, der
uns ansah, lange, seinen Nacken
sträubte, denkbar kurz zum Kacken
innehielt, alsdann leger,

graziös, auf eine Mauer sprang,
von der aus er den Wellengang
betrachtet hat, wir fanden das
beeindruckend – es hatte was.

Zugleich zu leicht, zu viel, zu schwer.
Da das Tier und dort das Meer.
Die Toteninsel – und wir zwei.

Als hätte nichts mit nichts zu tun,
als wäre alles schon vorbei –
und würde heimlich in sich ruhn.

Helmut Krausser

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2 Gedanken zu “San Michele, Venezia

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