Der Bettler

Pjetër Marubi (* 1834 in Piacenza als Pietro Marubbi, Italien; † 1905) musste als Unterstützer von Giuseppe Garibaldi seine von den Österreichern besetzte Heimat aus politischen Gründen verlassen. Nachdem er versucht hatte, den Bürgermeister von Piacenza zu ermorden, flüchtete er nach Korfu, dann nach Vlora. 1856 ließ er sich in Shkodra nieder und betätigte sich unter anderem als Architekt, Maler und Bildhauer. Im Jahr 1858 machte er das erste Foto, das je in Albanien aufgenommen wurde: Ein Porträt von Hamze Kazazi, einem Aufständischen für die albanische Nationalfrage. Er gründete das erste Fotostudio des Landes, das er Dritëshkronja Marubi, die Lichtschrift Marubi, nannte.

Quelle: wikipedia

Herrn Ärmel danke ich für die Anregung. Auf seinem Blog findet sich ein lesenswerter Artikel zu den Marubis: Einzigartig: Marubi – eine Fotografenfamilie

Pjetër Marubi, "Der Bettler" (1885)
Pjetër Marubi, „Der Bettler“ (1885)
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3 Gedanken zu “Der Bettler

  1. Man muss sich das vorstellen. Er war Architekt und fängt in einer islamischen Kultur, in der Photographien nicht zum kulturellen Habitus gehören, besonders Portraits werden abgelehnt, an zu photographieren und recht bald ein Studio zu eröffnen. Innerhalb weniger Jahre werden Menschen aller Schichten (Klassen) portratiert. Auf diese Weise wurden durch ihn und seine beiden Nachfolger die letzten Reste des alten Albanien im Bild erhalten.
    Schönen Dank für den Hinweis und ebenso schöne Grüsse vom Schwarzen Berg

    1. In dem Zusammenhang fällt mir plötzlich wieder ein italienischer Fotograf ein, über den ich eigentlich mal einen Artikel geschrieben haben wollte: Felice Beato. Der reiste 1863 nach Japan, eröffnete zusammen mit Charles Wirgman in Yokohama ein Fotostudio und schuf in der Folgezeit ein umfangreiches Gesamtkunstwerk. Die Sicht europäischer Fotografen auf Japan beeinflusste wiederum die Entwicklung ihrer japanischen Schüler. Es gibt da schon verrückte Geschichten. Und irgendwie hängt alles auf dieser Welt doch viel stärker zusammen, als es den Menschen bewusst ist. Schöne Grüße zurück!

      1. Die geistige, die menschliche Globalisierung gibt es wohl seit Menschen über diese Erde wandeln. Dagegen ist das, was Politiker, Industriebosse und Spekulanten heute Globalisierung nennen ein schwärender Eiterherd an der Menschlichkeit.
        Sollte dich das europäische Japanbild oder auch der japanische Blick auf Europa interessieren, empfehle ich dir, einen Blick auf Engelbert Kaempfer zu werfen. Kein Fotograf, aber ein leuchtendes Beispiel für einen interessierten Menschen, dessen Beschreibungen von Japan unser (und das europäische) Japanbild bis heute prägen.
        Ich sende dir einen sonnigen Tag

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