Soutines letzte Fahrt

Sie werfen mit einer kräftigen Bewegung die beiden schwarzen Flügel der Hintertür zu. Ein scharfes Klicken wie von einer Waffe, ein trockenes Einschnappen ins wartende Schloss. Ein Ruck geht durch das Auto, aufgeschreckte Tauben fliegen voller Panik über das Dach des Krankenhauses ins Blaue hinauf. Es ist, als ob ein kurzes Lachen hereinfahre ins schwarze Ungetüm. Es muss vom Älteren stammen, der Junge, der einen Wollschal um den Hals trägt, erkältet jetzt im August, wie das besetzte Land, hätte es nicht gewagt. Nein, der Maler muss sich getäuscht haben. Es konnte kein Lachen sein. Der Chef schärft es den Angestellten am ersten Tag ein, dass es in diesem Beruf keine Witze über die Toten gebe, nur stille Würde, schlichte Pietät. Das ist man den Hinterbliebenen schuldig und dem guten Ruf der Firma…

Ralph Dutli, „Soutines letzte Fahrt“

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2 Gedanken zu “Soutines letzte Fahrt

  1. ich habe letzens eine rezension gelesen, über dieses buch, die mich neugierig gemacht hat. leider ist der schreibtisch aber so voll, dass ich in absehbarer zeit nicht dazu kommen werde, es zu lesen, um so schöner, wenn du mir (und anderen) hin und wieder ein zitat schenkst.

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