Sechse kommen durch die ganze Welt

Illustration von Paul Hey

Da sprach der König „was ist das für ein gewaltiger Kerl, der den hausgroßen Ballen Leinwand auf der Schulter trägt?“ erschrak und dachte „was wird der für Gold wegschleppen!“ Da hieß er eine Tonne Gold herbringen, die mussten sechzehn der stärksten Männer tragen, aber der Starke packte sie mit einer Hand, steckte sie in den Sack und sprach „warum bringt ihr nicht gleich mehr, das deckt ja kaum den Boden.“ Da ließ der König nach und nach seinen ganzen Schatz herbeitragen, den schob der Starke in den Sack hinein und der Sack ward davon noch nicht zur Hälfte voll. „Schafft mehr herbei“, rief er, „die paar Brocken füllen nicht.“ Da mußten noch siebentausend Wagen mit Gold in dem ganzen Reich zusammen gefahren werden: die schob der Starke samt den vorgespannten Ochsen in seinen Sack. „Ich will’s nicht lange begehen“, sprach er, „und nehmen was kommt, damit der Sack nur voll wird.“ Wie alles darin stak, gieng doch noch viel hinein, da sprach er „ich will dem Ding nur ein Ende machen, man bindet wohl einmal einen Sack zu, wenn er auch noch nicht voll ist.“ Dann huckte er ihn auf den Rücken und gieng mit seinen Gesellen fort…

Brüder Grimm, Kinder- und Hausmärchen („Sechse kommen durch die ganze Welt“)

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